Pianist Heribert Koch kehrt zu seinen Wurzeln zurück

Von: Christoph Hahn
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Gruppenbild mit Sponsoren und Schuldirektor Andreas Grüderich (3. von rechts): Pianist Heribert Koch stellte in seiner ehemaligen Schule, dem Burgau-Gymnasium, den restaurierten Steinway-Flügel vor. Foto: Hahn

Düren. Da geriet Heribert Koch ins Schwärmen – und machte dem Burgau-Gymnasium im Dürener Süden ein dickes Kompliment: „Diese Schule ist etwas ganz Besonderes“, rief er in der Aula seiner alten „Penne“, wo er Mitte Mai 1980 sein Abitur abgelegt hat, vor vielen Zuhörern aus.

Für seinen Auftritt hatte der mittlerweile international renommierte Künstler und Instrumentalpädagoge aus Langerwehe gleich zwei Gründe: Erstens in der Tat den, der geliebten Schule Tribut zu zollen, zweitens den, den restaurierten Steinway-Flügel (auf dem er sein erstes Solokonzert gegeben hat) der Öffentlichkeit sowie den Sponsoren in dessen ganzer Klangpracht vorzustellen.

Der Titel des Programmes zeugte gleichfalls von biographischen Bezügen: „Rencontres“ („Begegnungen“) führte nicht nur Werke von deutschen und französischen Komponisten rund zweieinviertel Stunden zusammen, sondern huldigte außerdem der Tradition des Hauses, zu dem ein deutsch-französischer, zweisprachiger Zweig gehört. Diesen Zweig hat auch Heribert Koch besucht – für ihn Ehrensache, denn er stammt aus einem bilingualen Elternhaus und verklammert heute noch in seiner Konzerttätigkeiten das Beste aus dem musikalischen Erbgut beider Nationen.

Das erschloss sich auch den Zuhörern in der Aula ohne jedes Vorwissen. Denn der Stargast des Abends spielt die angesetzten Stücke nicht bloß technisch blitzsauber und ansonsten begeisternd – zwischen jedes Element des Repertoires stellt er in der angloamerikanischen Art der „Lecture Concerts“ („Vortragskonzerte“) Moderationen, die Zugänge öffnen und Bezüge herstellen.

Für seine Kunst brauchte der Pianist – der von ihm bespielte Steinway soll, so Burgau-Direktor Andreas Grüderich in seiner Ansprache, der zweitgrößte je dort hergestellte Flügel sein – nicht lange zu werben, denn er ließ schon zu Beginn mit der Toccata aus Johann Sebastian Bachs Toccata aus der e-Moll-Partita das wiederhergestellte Instrument vor allem im dunklen Bereich herrlich funkeln. Nicht minder leuchtend wirkten Kochs Interpretationen von Klängen der Romantik und des Impressionismus aus der Feder von César Franck und Claude Debussy.

Damit des Eindrucksvollen nicht genug. Bei Franz Liszts klingend-wehmütiger Urlaubserinnerung „Die Zelle von Nonnenwerth“ griff der Solist vollends in die romantische Dichterharfe, Abteilung Tonkunst, und sorgte dabei zugleich für einen Vorahnung des Aufbrechens jeglicher Tonalität in der Moderne. Beethovens „Waldstein-Sonate“ bildete danach einen mitreißenden Schlusspunkt – und vermittelte zugleich das, was Direktor Grüderich in seiner Rede skizziert hatte: „Ich empfinde das hier überhaupt nicht als Arbeit – es ist das reinste Vergnügen.“

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