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Pfadfinder sammeln rund 50 Tonnen Papier an nur einem Samstag

Von: Sandra Kinkel
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Seit 35 Jahren sammeln die Pfadfinder in Langerwehe einmal im Monat das Altpapier ein. Alexander Goldenbaum (links) und Andreas Herten macht die anstrengende Arbeit ziemlich viel Spaß. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. „Wenn ich gleich nach Hause komme, geh´ ich erst einmal schlafen. Und dann heute Abend feiern.” Roberto Schmitz grinst. Es ist Samstag, 10.15 Uhr, und der Schüler der Europaschule Langerwehe ist schon seit sechs Uhr auf. Roberto Schmitz ist nämlich Mitglieder der Pfadfinderschaft St. Georg, und die sammeln heute in der Töpfergemeinde das Altpapier ein.

Um sieben Uhr haben sich Roberto Schmitz und seine Pfadfinderkollegen Andreas Herten, Alexander Goldenbaum, Anna Frings, Pascal Roth und Daniel Samer am Exmouthplatz getroffen. Es ist noch ziemlich dunkel und ziemlich kalt.

Die jungen Leute haben Wanderschuhe an, leuchtende Warnwesten und Arbeitshandschuhe. Die Fahrzeuge der Regioentsorgung, mit denen das Papier eingesammelt wird, sind auch schon da.

Vier Müllfahrzeuge

Andreas Herten, Mitglied des Leiterteams der Langerweher Pfadfinderschaft erklärt: „Die Pfadfinder sammeln seit 35 Jahren in Langerwehe das Altpapier ein. Seit 15 Jahren sind die St.-Sebastianus-Schützen mit von der Partie. Es sei den Pfadfindern, so Herten, immer ein Anliegen gewesen, wichtige Rohstoffe wie Papier nicht einfach so wegzuwerfen. „So ist es dazu gekommen, dass wir einmal im Monat im Auftrag der Gemeinde Altpapier einsammeln können.”

Vier Müllfahrzeuge sind an einem Altpapier-Sammel-Tag im Einsatz, die Fahrer stellt die Firma „Regio Entsorgung”, die für die Müllabfuhr in der Töpfergemeinde zuständig ist. Gegen 14 Uhr sind die 50 Tonnen Papier, die in Langerwehe am Straßenrand stehen, eingesammelt.

Bei den Pfadfindern ist die Rover-Gruppe mit Unterstützung der Leiterriege für die Altpapiersammlungen zuständig, wer mitmachen möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein. „Und es finden sich in der Regel auch genug Freiwillige”, sagt Andreas Herten. Roberto Schmitz hat im kompletten Jahr 2010 zum Beispiel nur zwei Mal gesammelt, Alexander Goldenbaum dagegen sechs Mal. „Mir macht das Spaß”, erzählt er. „Es ist eine sinnvolle Aufgabe. Und man macht etwas mit seinen Kumpels zusammen.”

Seitdem in Langerwehe fürs Altpapier blaue Tonnen angeschafft wurden, ist die Arbeit von Schützen und Pfadfindern leichter. Herten: „Es war anstrengender, die schweren Kartons mit dem Altpapier zu heben und ins Müllauto zu werfen. Vor allem, wenn es geregnet hatte, und alles durchgeweicht war.”

Zeit zum Rumalbern

Dank der blauen Tonnen komme es jetzt mehr auf Ausdauer und Technik an. Herten: „Das können Mädchen genauso gut wie Jungs.” Und die Tonnen haben noch einen weiteren Vorteil: Alexander Goldenbaum: „Es dauert ja immer eine gewisse Zeit, bis die Tonnen geleert sind. Und da haben wir dann Zeit, ein bisschen rumzualbern oder ausgelassen zu sein.”

Wenn die Müllwagen voll sind und in der zentralen Altpapiersammelstelle geleert werden müssen, haben die fleißigen Sammler eine Pause, die für ein zweites Frühstück genutzt wird. „Der Trend geht ganz eindeutig zum Dritt-Brötchen”, lacht Roberto Schmitz. „Aber ich hab´ jetzt auch echt Hunger.” Nach der Pause ist dann auch Endspurt angesagt. „Zum Schluss telefonieren wird untereinander”, erzählt Andreas Herten. „Und helfen uns gegenseitig. Damit am Ende des Tages auch alle Papiersammler wirklich zusammen fertig sind.”

Und mit einem guten Gefühl ins restliche freie Wochenende starten können. Um wie Roberto nach Herzenslust zu schlafen und zu feiern.
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