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Peter Grünberg erläutert Gymnasiasten seine Entdeckungen

Von: js
Letzte Aktualisierung:
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Professor Grünberg im Gespräch mit Schülern. Foto: Nepomuck

Düren. Über 200 meist jugendliche Zuhörer waren sehr beeindruckt: Der Nobelpreisträger für Physik 2007, Professor Peter Grünberg aus Jülich, war zum Gymnasium am Wirteltor gekommen, um seine wissenschaftliche Entdeckung zu erklären. „Ich freue mich in der Nähe meiner Heimat und vor allem zu so vielen jungen Menschen zu sprechen”, sagte der Nobelpreisträger zu Beginn seines Vortrages.

Er nahm seine Zuhörer mit auf eine ausgedehnte Reise durch die Welt der Elektronik - angefangen vom geriebenen Bernstein, der seine Elektrizität durch Versprühen von Funken verrät, bis zum Riesen-Magnet-Widerstandseffekt (Giant-Magneto-Resistance-Effect, kurz GMR) und seinen Anwendungen.

„Aus der Schulphysik weiß man, dass fließende Elektronen einen elektrischen Strom bedeuten”, erläuterte der Professor. Stießen diese gegen Atome, so würden sie beim Fließen abgebremst, der Physiker sage „gestreut”, was den elektrischen Widerstand des Leiters erkläre.

Ähnliche Elektronenstreuungen erfolgten auch beim GMR-Effekt. Dabei spielt eine wesentliche zusätzliche Eigenschaft der Elektronen die bedeutende Rolle: der Elektronenspin, vorstellbar als Kreiselbewegung des Elektrons und dabei ein magnetisches Moment hervorrufend.

„1988 haben wir diesen Effekt zum ersten Mal gemessen. Uns war klar, dass dieses etwas Besonderes darstellte”, berichtete Professor Grünberg. Fast zeitgleich haben Physiker um Professor Fert an einem Pariser Institut denselben Effekt auf etwas andere Weise gefunden, weshalb der Nobelpreis geteilt wurde.

Nach einer etwa zehnjährigen Forschungsphase wurde diese Entdeckung dann bis zur Marktreife weiterentwickelt. Inzwischen sind dank der Forschung in Jülich riesige Speicherkapazitäten von Computern von mehr als einem Terabyte (1000 Gigabyte) möglich. „Wie kommt man darauf, solche Dinge zu erforschen?” lautete eine Frage zum Schluss der Veranstaltung.

Die Antwort: Für einen Grundlagenforscher wie ihn seien „schöne” Ergebnisse das Ziel, das heißt klar hervortretende Phänomene, die man auch theoretisch verstehen könne. Wenn dabei solche bedeutende Entdeckungen gemacht würden, um so besser. Das könne man nicht von vornherein planen.

Ein kräftiger Applaus verabschiedete den Nobelpreisträger. Vielleicht ist ein Funken des Forschergeistes dieses beeindruckenden Physikers auf einen der jungen Zuhörer übergesprungen. Interessante Fragestellungen gäbe es genügend.
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