Düren - Per Wakeboard über den See, Wasser schlucken inklusive

Per Wakeboard über den See, Wasser schlucken inklusive

Von: Andreas Bongartz
Letzte Aktualisierung:
8320714.jpg
Tim Hendrics gibt auch beim Selbstversuch die nötigen Tipps und Anweisungen für die Fahrer.
8320719.jpg
Die Wasserski-Anlage am Badesee ist sein Baby: Tim Hendrics bedient bei Wind und Wetter die Seilwinde.

Düren. „Na also, das kann ja auch nicht so schwer sein“, denke ich mir, als mich die Seilwinde nach und nach aus dem Wasser zieht. Mit gestreckten Armen und angewinkelten Beinen, die Füße in den Schlaufen des Wakeboards geht es langsam in die Höhe. Einmal ganz aus dem Wasser sause ich mit dem Brett unter den Füßen los, nur um nach wenigen Metern wieder auf das Wasser zu klatschen.

Der nächste Versuch endet ähnlich erfolgreich, ich schlucke mächtig Wasser und ringe nach Luft. „Du darfst dich nicht zu weit nach hinten lehnen“, höre ich die Anweisung vom Ufer des Sees. Dort sitzt Tim Hendrics und steuert die Seilwinde der Wasserski-Anlage. Die 164 Meter lange Zweimastanlage, die seit Mitte Juni am Dürener Badesee in Betrieb ist, ist das Baby des 35-Jährigen.

Vor gut vier Jahren hat der Diplom-Sportwissenschaftler mit dem Vorschlag zum Bau einer Wasserski-Anlage erstmals den Kontakt zum Dürener Service-Betrieb gesucht. Ein passendes Konzept fand man dann aber erst im Herbst vergangenen Jahres. „Wir wollten eigentlich eine große Anlage bauen, das hat aber nicht geklappt“, sagt Hendrics. Immerhin rund 100.000 Euro waren für die kleine Zweimastanlage aufzubringen, die am Badesee errichtet wurde.

Geht es nach Hendrics, ist dies ein ausbaufähiger Start, schließlich sei die Kapazität der kleinen Anlage ihr großes Manko: „Hier kann immer nur ein Fahrer starten.“ Gleichzeitig bietet dieser Betrieb jedoch den Vorteil einer individuellen Betreuung: Neben einer Einweisung steht Hendrics mit Tipps und Tricks zur Seite – und zwar von morgens bis abends, bei Wind und Wetter.

Wind sorgt für Buckelpiste

So fängt es an zu regnen, als ich mir im Selbstversuch das erste Mal ein Wakeboard an die Füße schnalle. „Regen stört mich nicht“, meint Tim Hendrics, der mit Regenhose und -jacke auch auf das unbeständige Wetter an der Rur vorbereitet ist. Für die Wasserski-Fahrer – oder in meinem Fall Wakeboard-Fahrer – ist Regen ohnehin nebensächlich, nass wird man schließlich sowieso. Problematischer wird’s da schon beim aufkommenden Wind, der die glatte Seeoberfläche aufwühlt und in eine buckelige Piste verwandelt.

Mit Hilfe meines Wakeboard-Lehrers bin ich aber mittlerweile über den Wasserstart hinaus und schaffe es, vom einen Ende der Bucht zum anderen zu fahren, dabei entwickelt der Zug der Seilwinde ein atemberaubendes Tempo. Als nächstes soll ich versuchen Schlangenlinien zu fahren: „Versuch abwechselnd die Fersen- und Zehenkante deines Bretts zu belasten“, ruft mir Tim Hendrics zu. „Aber nicht im Zickzack“, versucht er noch zu ergänzen, wofür es allerdings schon zu spät ist: Nach der nächsten Bauchlandung finde ich mich erneut im angenehm warmen Badeseewasser wieder.

Nach drei, vier weiteren Anläufen klappt das mit den Schlangenlinien schon besser, womöglich profitiere ich jetzt von meinen bescheidenen Skateboard-Künsten der Vergangenheit. Klar, dass wir sogleich das nächste Ziel anstreben: Eine Kurve um die Boje am Ende der Bahn fahren. Wenn es am Ende der Kurve wieder in die andere Richtung geht, müsse man das Seil fest zu sich heranziehen. „Pass auf, dass dich das Seil nicht nach vorne reißt!“

Genau das ist aber natürlich passiert: Die Seilwinde zieht ruckartig an, der Fahrer macht einen Satz nach vorne und schluckt wieder Wasser. Zwei, drei Versuche später ist aber auch das Kurvenfahren gemeistert, so dass die Fahrt mit dem Wakeboard von einem Ende der Bahn bis zum anderen und wieder zurück, ununterbrochen stattfinden kann – ein berauschendes Gefühl!

Ein anderes Gefühl, das sich nun auch bemerkbar macht, ist das meiner tauben Unterarme: Das Wakeboarden kostet einiges an Kraft. Dennoch könne jeder – ob klein oder groß – dies lernen, so Hendrics. Sein Fazit zu meinen ersten Wakeboard-Versuchen fällt positiv aus: „Du hast dich gut angestellt. Beim ersten Mal schon Kurven fahren, schafft nicht jeder!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert