Niederzier/Kerpen - Per Schleppergriff Leben gerettet

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Per Schleppergriff Leben gerettet

Von: Sandra Kinkel
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Wasser ist Jonas Schnitzlers E
Wasser ist Jonas Schnitzlers Element. Der zwölfjährige Junge aus Niederzier trainiert seit einigen Jahren bei der DLRG und hat jetzt einem kleinen Kind das Leben gerettet. Foto: Sandra Kinkel

Niederzier/Kerpen. „Es ging alles wahnsinnig schnell. Viel denken konnte ich da wirklich nicht.” Jonas Schnitzler aus dem Niederzierer Ortsteil Hambach kann stolz sein. Der zwölfjährige Junge hat am Dienstag vor einer Woche einem Kind im Schwimmbad in Kerpen das Leben gerettet.

Den 2. August 2011 wird Jonas Schnitzler wohl so schnell nicht vergessen. Im Rahmen der Ferienspiele der Gemeinde Niederzier war der Schüler der Realschule Wernersstraße im Freizeitbad in Kerpen-Sindorf, als er sah, wie ein kleiner Junge plötzlich ins tiefe Becken sprang.

„Ich saß auf der Wiese und habe mich mit zwei Betreuerinnen unterhalten, als ich gesehen habe, dass der Kleine ins Wasser gehopst ist.” Irgendwie, so Jonas, sei ihm dann aber sofort klar geworden, dass da etwas nicht stimme. „Ich habe selbst einen kleinen Bruder, der ist vier. In dem Alter können Kinder meistens noch nicht so gut schwimmen. Und das Kind hat ganz komisch gepaddelt. So hektisch. Da bin ich einfach ins Wasser gesprungen.”

In Sachen Rettungsschwimmen kennt Jonas Schnitzler sich aus. Seit zweieinhalb Jahren trainiert er bei der Ortsgruppe Niederzier der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), hat sogar schon einen Rettungsschwimmer in Bronze. „Wenn man dieses Abzeichen hat”, sagt Jonas, „dann trägt man auch eine große Verantwortung. Wir müssen helfen.”

Jonas Einsatz war um so wichtiger, weil, so erzählt es jedenfalls der Junge, sich sonst von den Badegästen keiner für den Zwischenfall interessiert hat. „Die Bademeister waren auf der anderen Seite, und auch sonst hat eigentlich keiner geguckt.” Jonas hat den kleinen Jungen bis zum Beckenrand gezogen, den „Schleppergriff” hat er im Rahmen seiner Ausbildung bei der DLRG schon viele Male geübt. „Das Kind hat ganz schlimm geweint”, sagt Jonas. „Aber er konnte noch selbst aus dem Wasser klettern.”

Er selbst sei dann mit dem Jungen zur Liegewiese gegangen, um die Eltern des Kindes zu suchen. „Der Vater hat mir dann den Jungen abgenommen.” Erst als die beiden Betreuerinnen der Niederzierer Ferienspiele den Mann darauf hingewiesen hätten, dass Jonas seinem Sohn das Leben gerettet habe, hätte der Vater kurz Danke gesagt. „Da war ich schon ein bisschen sauer”, sagt Jonas. „Aber ich war auch total glücklich und erleichtert, dass dem Kind nichts passiert ist. Es ist wirklich ein tolles Gefühl, wenn man jemandem das Leben retten kann.”

Durch seinen Einsatz hat Jonas gemerkt, wie wichtig auch seine Ausbildung bei der DLRG ist. „Ohne die hätte ich das nicht geschafft.” Jetzt will er einen Tauchschein machen und auch Ausbilder werden - „Damit ich anderen noch besser helfen kann.”
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