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Paul Zündorf: Ein Heimkehrer schaut auf Düren

Von: Ingo Latotzki
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Der Birkesdorfer Paul Zündorf arbeitete elf Jahre in Euskirchen, jetzt kommt er als Baudezernent an die Rur zurück. Deshalb kennt er sich aus und weiß genau, welche Probleme es zu lösen gibt. Foto: Ingo Latotzki
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Blick auf Düren: Der neue Baudezernent Paul Zündorf wird ab Februar hauptberuflich auf die Stadt schauen – als Birkesdorfer macht er das seit Jahren. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Der Mann ist informiert, keine Frage. Begriffe wie Stadthalle oder das Projekt Soziale Stadt Norddüren wirft er in den Raum, als hätte er seit Jahren nichts anderes getan. Hat er aber. Paul Zündorf ist noch Technischer Beigeordneter der Stadt Euskirchen, ab 1. Februar wird er in gleicher Funktion für Düren arbeiten. Dass Paul Zündorf sich an der Rur auskennt, ist aber dann doch nicht so verwunderlich. Zum einen lebt er in Birkesdorf, zum anderen hat er bis vor elf Jahren für die Stadt Düren gearbeitet. Wenn man so will, feiert er ein berufliches Comeback.

Mit einigen Vorschusslorbeeren. Immerhin wurde er vergangene Woche im Stadtrat einstimmig gewählt. Allerdings muss man wissen, dass die Dürener Politik zuvor Monate gestritten hatte, wer Chef der Bauverwaltung werden sollte, es gab allein drei Ausschreibungen. Als sich zuletzt Paul Zündorf bewarb, war die Sache klar. Der 59-Jährige hat offenbar einen guten Stand quer durch die Parteienlandschaft und konnte mit seinen Vorstellungen für Düren überzeugen.

Jetzt macht er bei seinem ersten Treffen mit der Dürener Presse klar, was ihm wichtig ist – und was nicht. „Bitte keine Schnellschüsse“, sagt er. Dann redet er von einer „Denkpause“, die er empfehlen würde. Er spricht von einem „Masterplan“ und „notwendigen Gutachten“. Er sagt, er könne „das Rad nicht neu erfinden“ und auch das: „Düren ist sehr entwicklungsfähig.“

Aber der Reihe nach. Natürlich wird Paul Zündorf, auch wenn er noch keinen Tag als Dürener Baudezernent gearbeitet hat, auf die Stadthalle angesprochen. „Ja“, sagt er, „das ist eines der Pro-bleme.“ Selbstredend kann er das Problem nicht mit einem Federstrich lösen, er kann sich aber Gedanken machen – und das hat er längst getan. „Stadt und Politik sollten nun erst mal innehalten, ein paar Monate, und überlegen, was sie an der Stelle genau wollen.“ Das meint er mit Denkpause und: Keine Schnellschüsse bitte! Statt dessen profunde Überlegungen anstellen, was auf dem Grundstück an der Bismarckstraße Sinn ergibt – und was nicht. Braucht Düren ein Sterne-Hotel? Welche Geschäfte sind empfehlenswert, was schadet der City? Solche Fragen müssten nach sorgfältiger Prüfung beantwortet werden, von Fall zu Fall auch in Form von externen Gutachten. Und alles, so weit es geht, in großem Konsens. Nicht nur politisch, auch mit den Menschen in der Stadt. Stichwort: Bürgerbeteiligung.

„Das funktioniert beim Projekt Soziale Stadt NRW in Norddüren wunderbar.“ Für Zündorf hat das Mitwirken der Menschen für die Entwicklung im Norden der Stadt Vorbildcharakter. Dass es für Düren in seiner Gesamtheit künftig einen Masterplan geben muss, in dem gewissermaßen niedergeschrieben ist, wir die Stadt in zehn, zwanzig Jahren aussehen soll, ist für Zündorf ausgemachte Sache. „Klar“, sagt er, „den brauchen wir.“ Aber nicht nur Fachleute sollen hier diskutieren, sondern auch die Bürger. Es sei schließlich ihre Stadt.

Dann zählt Sozialdemokrat Zündorf auf, was ihm noch wichtig ist: der demografische Wandel, auf den die Stadt mit entsprechenden altengerechten Wohnungen und anderen Angeboten reagieren müsse. Zündorf kommt danach zur Wirtschaft, redet von Arbeitsplätzen und Gewerbegebieten, die sich entwickeln müssten, er spricht über Kultur und Bildung, zudem über Verkehr. Von da ist es nicht weit bis zur B 56 n. Die Umgehungsstraße östlich um Düren ist der Dauerbrenner, seit 40 Jahren im Gespräch. „Das ist noch ein Problem“, sagt Zündorf. Er wird wissen: Über zu wenig Arbeit wird er sich kaum beklagen können.

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