Partnerstadt in der Ukraine: Menschen in Stryi sind für die Opposition

Von: kin
Letzte Aktualisierung:
7040101.jpg
Auch aus Dürens Partnerstadt Stryi fahren immer wieder Bürger zu den Demonstrationen nach Kiew.

Düren/Stryi. „Ich weiß von einem Mann aus Stryi, der bei den Demonstrationen in Kiew verhaftet worden ist. Drei weitere werden vermisst.“ Juri Kapinsky ist 30 Jahre alt und arbeitet in dem großen Unternehmen seines Vaters in Dürens ukrainischer Partnerstadt Stryi. Stryi hat knapp 63000 Einwohner und liegt rund 500 Kilometer westlich von Kiew.

„Es gibt auch Demonstrationen in Stryi“, sagt Juri Kapinskiy. „Aber die sind alle ruhig und friedlich. Die Menschen versammeln sich und diskutieren über das, was in Kiew passiert. Die, die wirklich etwas gegen die Regierung tun wollen, fahren zu den Demonstrationen in die Hauptstadt.“

Grundsätzlich, sagt Kapinsky, gäbe es im Augenblick in allen Städten der Ukraine mit mehr als einer Million Einwohnern große Demonstrationen. „In den kleineren Städten ist nicht viel los.“ In L‘viv nicht weit von Stryi, wo mehrfach ein Ärzteteam aus Lendersdorf in einem Krankenhaus operiert hat, sei schon der Gouverneur zurückgetreten. „Hier“, so Kapinsky, „hat jetzt ein Oppositioneller das Zepter in der Hand.“

Die Stimmung, so der Geschäftsmann weiter, sei in den vergangenen Tagen besser geworden. „Zum Beispiel,weil Regierungschef Mykola Asarow zurückgetreten ist. Aber es muss natürlich noch viel mehr passieren. Die ganze Regierung und vor allen Dingen Viktor Janukowitsch müssen zurücktreten.“

Der Dürener Orthopäde Michael Markowicz, der selbst ukrainische Wurzeln und gute Kontakte in das Land hat, sagt, dass Stryi seit jeher „pro-westlich eingestellt“ sei. „Das mag an der Lage Nahe der polnischen Grenze liegen“, so Markowicz. „Tatsache ist aber, dass die Menschen in diesem Teil der Ukraine sich als Europäer fühlen.“

Das bestätigt auch Juri Kapinsky: „Die Menschen in Stryi sympathisieren mit der Opposition. Hier gibt es kaum jemand, der mit der Regierung hält.“ Das, so Kapinsky, sei seiner Meinung nach in großen Teilen des Landes so. „Wenn ich mit Kunden oder mit Freunden spreche, die nicht bei uns in der Gegend wohnen, erzählen eigentlich alle, dass sie gegen Janukowitsch sind. Nur an der Grenze zu Russland hat unser Präsident noch Freunde.“ Juri Kapinsky, der schon mehrfach in Düren war, hofft, dass sich die Lage in seinem Land bald beruhigt. „Es muss wieder Ruhe einkehren, damit unser Land in die Zukunft sehen kann.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert