Papiermuseum kostet 3,7 Millionen Euro

Von: Ingo Latotzki
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Das Papiermuseum heute... Foto: Ingo Latotzki
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... und wie es geplant ist. Der Neubau soll aus dem Schatten des Leopold-Hoesch-Museums (links) heraustreten und eigenständig für sich wirken. So plant es der Architekt. Foto: Architekturbüro Hollenbeck
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Hoesch-Museum und neues Papiermuseum eingebettet in die Umgebung mit Marienkirche, Peschschule (hinten) und Stadtmauer (vorne rechts). Foto: Architekturbüro Hollenbeck

Düren. Auf den Stühlen im Hoesch-Museum liegen handliche Postkarten, die den Besuchern diese Frage stellen: „Lieben Sie Papier und Kunst?“ Auf der Rückseite findet der geneigte Leser den Satz: „Das neue Papiermuseum Düren kann mit Ihrer Hilfe entstehen.“

Der Saal des Museums ist gut gefüllt. Kultur- und Bauausschuss des Dürener Stadtrates tagen gemeinsam. Sie sollen eine Grundsatzentscheidung fällen, nämlich eine Sanierung des seit 1990 bestehenden Papiermuseums samt Anbau em-pfehlen. Bürgermeister Paul Larue drückt es so aus: „Wir sollten heute ein deutliches Zeichen setzen, um klar zu machen, dass wir das neue Papiermuseum wollen.“

3,7 Millionen Euro soll es kosten. 600.000 Euro davon muss die Stadt zahlen, ein Großteil kommt von Stiftungen und der Dürener Industrie. Noch fehlen rund 400.000 Euro, um die Gesamtsumme abdecken zu können. Um es vorwegzunehmen: Die beiden Ausschüsse haben sich einstimmig für das Projekt ausgesprochen, wenn auch mit einer Enthaltung durch den Grünen-Politiker Georg Schmitz und nach teils lebhaften Diskussionen. Das letzte Wort wird der Stadtrat haben, er muss entscheiden, ob gebaut werden soll.

Teils lebhaft waren die Debatten deshalb, weil noch nicht alle Zahlen auf dem Tisch liegen. So ist unklar, wie hoch die Betriebskosten für das neue Papiermuseum sein werden. Die Verwaltung muss das noch exakt ausrechnen und „braucht Zeit“, wie der Technische Beigeordnete Paul Zündorf sagte. SPD-Fraktionschef Henner Schmidt zeigte sich deshalb besorgt. Der Haushalt sei, wie man wisse, auf Kante genäht. Da sei es wichtig zu wissen, welche Unterhaltskosten jedes Jahr auf die Stadt zukämen. Schmidt geht von bis zu 300.000 Euro aus, inklusive zusätzlicher Personalkosten, um das neue Museumskonzept umsetzen zu können. Die Leiterin des Hoesch-Museums, Dr. Renate Goldmann, die auch das Papiermuseum verantwortet, sagte, mehr Personal sei „zwar wünschenswert, aber nicht unbedingt nötig“.

Die CDU befürwortete das vorgestellte Konzept geschlossen. Karl-Albert Eßer, ehemaliger Fraktionschef, sprach von „der kulturpolitischen Entscheidung der Legislaturperiode“. Es sei eine einmalige Chance, das Papiermuseum zu modernisieren, da verschiedene Industrieunternehmen und Stiftungen einen Großteil der Finanzierung übernähmen. Im Einzelnen will die regionale Wirtschaft sich mit 700.000 Euro beteiligen, die privaten Stiftungsgelder betragen 990.000 Euro. Der Landschaftsverband beteiligt sich mit 300 000, die NRW-Stiftung mit 180.000 und der Kreis Düren mit 300.000 Euro. Die 600.000 Euro der Stadt eingerechnet (zudem noch 220.000 Euro aus dem Masterplan), werden also 1,4 Mio. Euro aus Steuergeldern finanziert.

Notwendig sei der Um- und Neubau des Papiermuseums, weil es veraltet sei, heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Das Museum bliebe unter seinen Möglichkeiten, vor allem im Vergleich zum benachbarten Hoesch-Museum, das nach einem umfänglichen Umbau 2010 mit einem Anbau wieder eröffnet wurde. Das „Schattendasein des Papiermuseums“ will Architekt Klaus Hollenbeck auch baulich beenden. Der Neubau soll durch eine kunstvoll gestaltete Fassade und sein modernes Aussehen auf sich aufmerksam machen.

Die Ausstellungsfläche soll von 800 auf 1070 Quadratmeter erweitert werden, womöglich wird ein Museumsgarten angelegt. Für Veranstaltungen werden Räume geschaffen, zudem soll der Eingangsbereich attraktiver werden. Vor allem solle auf die Belange behinderter Menschen Rücksicht genommen und eine neue Dauerausstellung konzipiert werden. Eröffnung könnte im Juni 2017 sein.

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