Düren - Papierberge für die Ratssitzung haben ausgedient

Papierberge für die Ratssitzung haben ausgedient

Von: oha
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Ratsherr Thomas Floßdorf demo
Ratsherr Thomas Floßdorf demonstriert die Arbeit am Tablet-Computer. Foto: Ottmar Hansen

Düren. Die Zeiten, in denen Stadtverordnete mit schweren Aktenordnern bepackt ins Rathaus eilten, sind vorbei. Auf Wunsch erhalten die Dürener Kommunalpolitiker jetzt einen Tablet-Computer, der fast in die Jackentasche passt, und auf dem alle benötigten Unterlagen für die Sitzung gespeichert sind.

Das elektronische Zeitalter hat auch im Stadtrat begonnen!

Hintergrund sind die Sparbemühungen der Stadt. Für die Unterlagen zu den Rats- und Ausschusssitzungen wurden zuletzt jährlich rund 200.000 Blatt Papier verbraucht. Hinzu kommen die Druckkosten, das Sortieren der Unterlagen, der Versand, die Aktenaufbewahrung und -Vernichtung.

Heribert Küpper, Leiter des Hauptamtes, rechnete am Mittwoch vor, dass die Stadt jährlich 22.000 Euro (inklusive einer halben Personalstelle) sparen könne, obwohl die Stadt Abgeordneten je einen Rechner im Wert von 500 Euro kostenlos zur Verfügung stelle.

41 Ratsmitglieder (rund 80 Prozent) haben sich inzwischen für die Umstellung ihrer Unterlagen von Papier auf Computerbildschirm entschieden. Erster Beigeordneter Harald Sievers: „Wir werden niemanden zwingen. Wer weiter mit Papier arbeiten will, soll das tun.”

Doch das wird langfristig nur noch eine geringe Minderheit sein. Fünf Abgeordnete verschiedener Parteien haben das neue Ratsinformationssytem seit gut einem Jahr getestet. Darunter Thomas Floßdorf von der CDU.

Sein Eindruck: „Jeder, der einen Vanillepudding kochen kann, kann auch dieses System bedienen. Es sind nur vier Schritte: den Rechner einschalten, zwei Passwörter eingeben und auf eine Erdkugel klicken - und schon kann es los gehen.” Vorteilhaft sei, dass die Unterlagen im Netz stets auf dem neuesten Stand seien. Auch Änderungen, die kurz vor der Sitzung vorgenommen werden, seien automatisch erfasst.

In das Ratsinformationssystem kann sich jetzt schon jeder Bürger einklicken und ebenfalls Ratsunterlagen aufrufen und ausdrucken. Natürlich nur solche, die nicht unter „nichtöffentlich” einsortiert sind. Er muss dazu allerdings stets online bleiben.

Besonders am neuen System ist, dass die Ratsmitglieder mit den Unterlagen auch arbeiten können, ohne ständig im Internet präsent zu sein.

Das System sei so ausgelegt, dass man sich in den Unterlagen auf dem Bildschirm auch Notizen machen könne, erläuterte IT-Spezialist Jörg Ramjoie. Per Firewall seien die Rechner vor unerlaubten Zugriffen von außen geschützt.
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