Düren - Ordensschwester Genevieve: Engagierter Kampf gegen Unterdrückung

Ordensschwester Genevieve: Engagierter Kampf gegen Unterdrückung

Von: gkli
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Schwester Genevieve aus Pakistan besuchte am Montag die St.-Angela-Schule und berichtete den Schülerinnen – hier die Schülerinnen des Religionskureses der Einführungsphase (erste Oberstufenklasse) – von ihrem Heimatland. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Einige Schüler hatten am Montag noch so gar keine Lust, sich nach den Herbstferien wieder in ihre Klassenzimmer zu begeben. Diese Unlust endete zumindest bei einigen Schülerinnen der St.-Angela-Schule spätestens dann, als sie Schwester Genevieve Ram Lal vom Orden „Sisters of Charity of Jesus and Mary“ gegenübersaßen.

Die 58-jährige Ordensfrau aus Pakistan besucht derzeit Deutschland. Den ganzen Oktober lang reist sie dank der Unterstützung von „missio“ mehrere Städte wie etwa Berlin und Magdeburg an, um von Pakistan und den Problemen dort zu berichten und Kontakte zu knüpfen.

In der St.-Angela-Schule gab sie, die auch als „Die Stimme der Verstummten“ bezeichnet wird, einen Einblick in den Alltag ihrer Heimat und damit einen Einblick in ihr Leben. Schülerinnen eines Englischkurses und diverser Religionsklassen hörten Schwester Genevieve Ram Lal gebannt zu.

Den Plan, Nonne zu werden, hatte die sympathische Frau mit den dunklen Augen als Kind nicht. Sie erzählte vom Wendepunkt in ihrem Leben: „Ich war ein aufmüpfiges Mädchen.“ Als solches kam sie gemeinsam mit einigen Freundinnen auf der Straße an einer Bettlerin vorbei und machte sich über die Frau lustig. Die Bettlerin reagierte darauf. Sie bat die Mädchen mit zu sich nach Hause. Dort lernten sie die Hintergründe der Bettlerin kennen, die ihren todkranken Mann pflegte und Geld benötigte.

Schwester Genevieve, die seit 2012 die Nationaldirektorin der Katholischen Frauenorganisation in Pakistan mit sieben Regionalbüros ist, wollte fortan armen Menschen helfen und ihnen eine Stimme geben. In Pakistan setzt sie sich vor allem für Frauen und Christen ein, kämpft gegen deren Unterdrückung. Sie weiß: „Eine Handvoll Menschen stören in unserem Land den Frieden.“ Bildung, Gleichheit und Respekt schaffe Frieden, diesen Standpunkt vertritt sie.

Traurig sei, dass in Pakistan hauptsächlich Jungen, aber kaum Mädchen zur Schule geschickt würden. Dagegen kämpft sie. Sie ist überzeugt von der Kraft der Frauen, glaubt, dass das 21. Jahrhundert den Frauen gehört und fordert: „Was wir Frauen brauchen sind Chancen und Möglichkeiten.“

Die Schülerinnen stellten während der regen Diskussion entsprechende Fragen zum pakistanischen Ausbildungssystem, zur Stellung der Frau in der pakistanischen Familie und zum Stellenwert von Jungen und Mädchen.

In der Dürener Marienkirche am Hoeschplatz findet am kommenden Sonntag, 26. Oktober, das ist der Weltmissionstag, um 11 Uhr ein Gottesdienst mit anschließender Begegnung statt, an dem Schwester Genevieve Ram Lal teilnimmt.

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