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Open-Gala mit vielen Glanzpunkten, aber auch Schwächen

Von: Hannes Schmitz
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Eine Opern- Gala im Haus der Stadt mit dem Ensemble der moldawischen Nationaloper, die nicht immer überzeugen konnte. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Mit der Gala „Sterne der Oper“ gastierte die Moldawische Nationaloper im sehr guten besuchten Haus der Stadt. Aber nicht alles an diesem Abend stand „unter einem guten Stern“.

An der Auswahl der Ouvertüren, Arien und Chöre lag es nicht, dass der Abend so manche Sternschnuppe sah. Die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne wirkten nach langem Tourneestress zeitweise ausgelaugt, nicht jede Rolle oder Arie passte zu den Protagonisten auf der Bühne.

Amüsante Moderation

Ein „Schweifstern“ hingegen war der Moderator des Abends Peter Josch, ein Schauspieler und Regisseur, der mit Wiener Charme und Schmäh durch den Abend führte und so manches Schmankerl und einige überlieferte Anekdoten aus Leben der Komponisten wie Guiseppe Verdi oder Giacomo Puccini erzählte und einen deftigen Brief des „heißen“ Wolfgang Amadeus Mozart an sein „Bäsle“ vorlas.

Eingeleitet wurde der Abend mit der Ouvertüre zu Verdis erstem großen Erfolg „Nabucco“ und die Zuhörer zeitweise „Gefangene“ einiger rhythmischen und intonatorischen Unsauberheiten und der voluminösen Lautstärke eines Keyboards, das sich zum großen Orchester „aufblies“. Da gab es manchmal „was auf die Ohren“. Dem Dirigenten war es zu verdanken, dass diese Auswüchse auch wieder eingefangen wurden. Ein unangenehmer Beigeschmack blieb aber. Das aufmerksame Publikum stufte seinen Beifall daher auch von freundlich bis stark ab.

Ein Stern funkelte doch auf der Bühne. Tenor Alexei Srebnitzkyi überzeugte mit der Strahlkraft seiner Stimme, die scheinbar mühelos die Anforderungen des Belcanto und Verismo sowie der französischen Grande Opèra bewältigt. Und so schmolz die Zuhörerschaft bei der fast schon zum Pophit gewordenen Arie „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ dahin, lauschte verzückt der Arie des Grafen von Mantua aus Verdis „Rigoletto“ oder Cavaradossis „Recondita armonia“ aus Puccinis „Tosca“ – atemberaubende Höhepunkte, zu denen auch der Chor mit seinen Interpretationen, vor allem des „Gefangenenchors“ aus „Nabucco“, beitrug.

In einem Tournee-Ensemble ist es keine Seltenheit, dass mehrere Partien vom selben Künstler oder derselben Künstlerin gesungen werden. Und das gelang nicht immer. Unterschiedlicher Güte waren die Auftritte des Baritons Boris Materriko. Als Escamillo aus der Oper „Carmen“ wirkte er überfordert, als Renato (Maskenball) mit „Eri tu che macchiavi quell‘ anima“ durchaus überzeugend. In bewegenden Momenten wurde er gar zum „Stern“ mit stimmlicher Brillanz.

Die junge Mezzosopranistin Tatiana Virlan hatte als Carmen zwar auf den ersten Blick eine erotische Ausstrahlung, allerdings mit dem „Feuer eines Felsen in der Rureifel“. Ganz anders ihr Auftritt als „Dalila“. Ein Genuss für das Publikum, das eine Stimme mit einem wunderbaren dunklen Timbre hörte.

„Arien-Hitparade“

Insgesamt war es ein zufriedenstellender Abend für Opernfreunde, der in einer Inszenierung ohne Pep und im Ablauf eher zu einen Schnelldurchlauf bekannter Melodien und Szenen wurde – eine opernhafte in Kostümen geschneiderte „Arien-Hitparade“.

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