Oliver Krischer steht kurz vor der Feuertaufe

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
krischer3_xxx
Hat in seinen ersten beiden Monaten als Bundestagsabgeordneter bereits einen Gesetzentwurf der Grünen vorbereitet: der Dürener Oliver Krischer. Foto: Abels

Düren/Berlin. Seine Feuertaufe steht kurz bevor: Voraussichtlich am kommenden Donnerstag wird Oliver Krischer seine erste Rede im Deutschen Bundestag halten. Keine unwichtige. Der 40-jährige Dürener wird im hohen Haus einen von ihm erarbeiteten Gesetzentwurf präsentieren, mit dem die Grünen in Kraftwerken Mindestwirkungsgrade gesetzlich vorschreiben wollen.

„Nur so können wir langfristig unsere Klimaschutzziele erreichen”, ist der Familienvater kaum zweieinhalb Monate nach seiner Wahl am 27. September mitten im politischen Alltag der Bundeshauptstadt angekommen. Nervös ist der Neuling, der auf Anhieb zum Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz seiner Fraktion gewählt wurde, vor seinem Debüt am medienwirksamen Rednerpult nicht, ein wenig aufgeregt aber schon. „Ich habe mir aber von alten Hasen sagen lassen, dass das auch nach 20 Jahren noch der Fall ist.”

Sicher, die ersten Schritte waren auch für den Dürener ungewohnt. Mehr als einmal irrte auch er ein wenig verlegen durch den weitläufigen Reichstag und die angrenzenden Gebäude auf der Suche nach dem richtigen Besprechungszimmer, kam auch einmal zu spät zu einer Fraktionssitzung. „Insgesamt aber habe ich mich gut eingewöhnt”, betont der 40-Jährige, der Glück hatte, schon am ersten Tag in Berlin ein eigenes Büro beziehen und mit der Arbeit beginnen zu können.

„Da hatte ich im Vorfeld ganz andere Geschichten gehört - von neu gewählten Abgeordneten, die mit ihrem Laptop auf dem Gang sitzen mussten, weil ihre Vorgänger die Büros noch nicht geräumt hatten”, schmunzelt der Dürener. „Außerdem erwartet doch niemand, dass gleich auf Anhieb eine perfekte Infrastruktur vorhanden ist.” Die baut sich ganz allmählich auf. Eine Sekretärin hat Krischer mittlerweile ebenso bereits gefunden wie einen Mitarbeiter für sein Wahlkreisbüro in Düren. Und im Januar folgt noch ein wissenschaftlicher Mitarbeiter in Berlin.

Überrascht hat ihn bislang nur der absolut durchstrukturierte Ablauf der Sitzungswochen, angefangen mit Treffen fraktionsinterner Arbeitsgruppen bis zu den Ausschuss- und Plenarsitzungen. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt da kaum, auch nicht für Privates. So erzählt Krischer, dass er den Teppich für seine Berliner Zweitwohnung in Moabit, die er sich mit der Bonner Parteifreundin Katja Dörner teilt, mal eben zwischen der Wahl von Bundeskanzlerin Merkel im Bundestag und ihrer Vereidigung zwei Stunden später besorgt habe.

70- bis 80-Stunden-Wochen sind für ihn zur Regel geworden. „Es gibt kaum einen Abend, an dem ich während der Sitzungswochen vor 23 Uhr zurück in meiner Wohnung bin”, erklärt der Kreisvorsitzende der Grünen, der auch von einer ganz neuen Erfahrung als Familienvater spricht. „Es ist schon eine Umstellung, wenn man während der Sitzungswochen mit Frau und Kindern nur telefonieren kann.”

Aber die Arbeit macht ihm Spaß. Es sei ein gutes Gefühl, im Bundestag mitarbeiten und auch der Regierung auf den Zahn fühlen zu können. Wenn Krischer von Regierung spricht, dann in erster Linie von Umweltminister Norbert Röttgen, mit dem er als Mitglied des Umweltausschusses häufiger zu tun hat. Ein wenig stolz ist Krischer schon, dass er als neuer Abgeordneter direkt in den in Grünen-Kreisen nicht gerade unwichtigen Ausschuss entsandt wurde. Vier Plätze hat seine Fraktion dort, zehn Bewerber gab es intern. Folglich musste Krischer in seinen ersten Berliner Tagen kräftig die Werbetrommel für seine Person rühren und um Unterstützung werben.

Als „Experte” bereitet er seitdem sämtliche Themen und Fragestellungen rund um die Bereiche Energie- und Ressourceneffizienz für die Fraktion auf und erarbeitet eigene Positionen der Fraktion wie den nun anstehenden Gesetzentwurf. „Aber ich will versuchen, den einen oder anderen Impuls für den Kreis Düren zu setzen”, betont Krischer, „vielleicht mit meinen Kollegen Thomas Rachel und Dietmar Nietan”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert