Düren - Ohne Umgehungsstraße kein Container-Terminal

Ohne Umgehungsstraße kein Container-Terminal

Von: Ingo Latotzki
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Die CDU-Politiker Stefan Weschke, Hermann-Josef Guenich und Thomas Floßdorf (von links) mit einem Dürener Stadtplan. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Sie sitzen zu dritt am Tisch, in einer Reihe. „Sie sehen“, sagt Stefan Weschke, Dürener CDU-Fraktionschef, „wir stehen einmütig zusammen.“ Er deutet auf seine Parteikollegen, den Dürener CDU-Chef Thomas Floßdorf und Hermann-Josef Geuenich, den Bezirksausschussvorsitzenden von Arnoldsweiler.

Am Freitag hat sich die Fraktion mit einem Gutachten zum geplanten Containerterminal bei Arnoldsweiler beschäftigt. Die wichtigste Frage: Ist es für Düren sinnvoll, ein Logistikstandort zu werden – und wenn ja: unter welchen Bedingungen. Das CDU-Trio gab am Montag bei einem Pressegespräch im Bürgerbüro eine Antwort.

Die Kernaussagen: Die CDU will der Anlage nur zustimmen, wenn Arnoldsweiler eine Umgehungsstraße erhält. „Ohne die geht gar nicht“, sagten die Christdemokraten. Und nicht nur eine Straße: Auch einen Schutzwall gegen Lärm sei eine Bedingung für das Terminal. Zuguterletzt: Die Anlage soll 105 Hektar Größe nicht übersteigen, zunächst nicht. Denkbar sei, in einer zweiten Ausbaustufe auf 160 Hektar zu kommen.

Dass CDU-Politiker Hermann-Josef Geuenich am Montag mit am Tisch saß, sollte wohl ein wichtiges Zeichen sein. Geuenich lebt selbst in Arnoldsweiler. Und dort hat sich längst eine Bürgerinitiative in Stellung gebracht, die sich mit Vehemenz gegen das Terminal ausspricht. „Wir nehmen die Ängste und Sorgen ernst“, sagte das CDU-Trio. Parteichef Thomas Floßdorf betonte wieder, dass die Ergebnisse des Gutachtens „der Einstieg in und nicht das Ende der Diskussion“ seien.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Düren hat die Expertise in Auftrag gegeben, Professor Dr. Michael Gramm, unter anderem tätig an der RWTH Aachen, zeichnet für das Gutachten verantwortlich. Seine Meinung: „Logistik kann für Düren eine große Chance sein.“ Das Terminal müsse mindestens 105 Hektar groß sein, zudem sein es notwendig, dass sich rundherum Unternehmen ansiedeln, die vor allem neue und qualifizierte Arbeitsplätze bringen. Gemeint sind Betriebe, die Waren nicht einfach nur weitertransportieren, sondern die Produkte weiterverarbeiten oder veredeln.

Eine Ausweitung des Areals kann sich die CDU grundsätzlich vorstellen. Freilich nicht zwischen Arnoldsweiler und Merzenich, sondern im nicht weit entfernten Gewerbegebiet Rurbenden/Talbenden, das die Stadt Düren gemeinsam mit der Gemeinde Niederzier betreibt. Dort sein es möglich, in östliche Richtung entlang der Autobahn A 4 zu erweitern, sagte Fraktionschef Stefan Weschke. Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser habe durchaus Gesprächsbereitschaft signalisiert.

„Bei allem werden wir die Bürger mit ins Boot holen“, sagte Dürens CDU-Spitze nochmals. Nach Ostern solle eine Veranstaltung angeboten werden, bei der Fachleute, Politik und Bürger ausführlich diskutieren könnten. Zudem soll eine Projektgesellschaft weitere Gutachten in Auftrag geben. „Wir brauchen belastbare Fakten zu dem Projekt“, sagte Hermann-Josef Geuenich. Erst danach könne entschieden werden.

Ob Arnoldsweiler eine Umgehungsstraße (L 257n) erhält, entscheidet übrigens nicht die Stadt, sondern auch das Land NRW, das einen Großteil finanzieren müsste. Die Dürener CDU gibt sich zuversichtlich, dass Gelder kommen können, da das Terminal ein Teil der Strukturförderung sein kann, die nach dem Tagebau Inden etwa notwendig sei. Und für diesen Strukturwandel stelle das Land ausdrücklich Förderung in Aussicht.

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