Ohne Handys und Gameboys keine Langeweile

Von: elfa
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Ein „Frühlingsnachtstraum” mit anschließendem gemeinsamen Essen: Krönender Abschluss der Osterferienspiele auf dem Abenteuerspielplatz im Grüngürtel. Foto: Elmar Farber

Düren. Bauen, matschen, spielen, basteln, toben... Keinen Platz für Langeweile gab es während der Osterferien auf dem Abenteuerspielplatz (ASP) im Grüngürtel. Der Spielpädagogische Dienst des städtischen Jugendamts und das ASP-Team hatten pünktlich zum Ferienbeginn wieder alle Kinder zwischen sechs und 15 dazu eingeladen, an den inzwischen schon zur Tradition gewordenen Ferienspielen teilzunehmen.

Bis zu 70 Kinder waren dieser kostenlosen Einladung bei gutem Wetter gefolgt, um ihre handwerklichen Fertigkeiten beim Holzhüttenbau unter Beweis zu stellen, bei einem der Kreativangebote mitzumachen oder einfach nur spielerisch und ungezwungen das weiträumige Areal des Abenteuerspielplatzes zu erkunden. Selbstverständlich war auch der „Schnelle Emil”, das Spielmobil des Spielpädagogischen Diensts, dabei.

Wer kein eigenes Lunchpaket mitgebracht hatte, konnte sich mittags für zwei Euro mit einem warmen Essen versorgen. Am Nachmittag konnten sich die Kinder und Jugendlichen frisch gestärkt unter dem Motto „Die vier Elemente” kreativ mit Töpfern beschäftigen, Windspiele und Mobiles bauen sowie den spannenden Geschichten der ehrenamtlichen Vorleser lauschen. Bei all diesen nicht-digitalen Vergnügungen fiel es den Kids dann auch relativ leicht, auf Handys, Gameboys und andere elektronische Spielzeuge zu verzichten, denn die sind tabu auf dem Abenteuerspielplatz.

Zur Grundausstattung eines typischen Abenteuerspielplatz-Kinds gehören Matschhose, Gummistiefel, eine gehörige Portion Neugier und jede Menge Tatendrang. „Die vergangenen zwei Jahre waren anstrengend, und es ist viel Energie in den Wiederaufbau des Spielplatzes gesteckt worden”, berichtete die Heilpädagogin Angelika Twardowski, die seit fünf Jahren zum ASP-Team gehört. 2007 war der Spielplatz durch ein Feuer fast vollständig zerstört wurden.

Anstrengung hat sich gelohnt

Die gemeinsame Kraftanstrengung beim Wiederaufbau hat sich gelohnt. Inzwischen ist nicht nur das Gelände des ASP gewachsen. Viele selbstgezimmerte Bauhütten stehen schon wieder, und auch das riesige Holzschiff, an dem der ehrenamtliche Helfer Franz-Peter Schmitz seit einem Jahr unermüdlich hämmert, bohrt und schraubt, ist fast bereit, von den Kindern geentert zu werden.

„Der Abenteuerspielplatz bietet einfach eine sehr schöne Atmosphäre”, so Angelika Twardowski. Sie und ihre Mitstreiter hoffen, dass bald mit dem Bau eines neuen Gemeinschaftshauses begonnen werden kann. Das provisorische Holzhaus, das diese Funktion bisher erfüllte, wird bald abgerissen. In einem steinernen Neubau sollen dann auch eine kleine Küche sowie sanitäre Anlagen einen Platz finden.

Als krönenden Höhepunkt der Osterferienspiele präsentierte die zehnköpfige Theater-AG vor der abschließenden Feier rund ums Lagerfeuer frei nach Shakespeare einen „Frühlingsnachtstraum” auf dem ASP-Gelände. In Zusammenarbeit mit Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater NRW (LAG) hatten sich die Kinder und Jugendlichen seit Januar auf ihren großen Auftritt vorbereitet. Dass dieser zu einem vollen Erfolg wurde, lag nicht zuletzt am überragenden Mike-Cedric Knöll, der als Erzähler gekonnt durch die verworrene Liebesgeschichte führte und gleichzeitig viel humorvolles Improvisationstalent bewies.

„Das Theaterstück ist eigentlich nur ein Beiprodukt”, sagt der betreuende LAG-Theaterpädagoge Marco Mertens. Bei dem Projekt ginge es vielmehr darum, unterschiedlichste Kinder ungeachtet kultureller und sozialer Differenzen zusammenzubringen, um gemeinschaftlich etwas Produktives zu erarbeiten. Dazu wird es bald wieder Gelegenheit geben: Für die Sommerferien ist ein weiteres, zweiwöchiges Theaterprojekt am ASP geplant.

Sachspenden und Hilfe sind erwünscht

Die Öffnungszeiten des Abenteuerspielplatzes an der Heinrich-Dauer-Straße sind: dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 17 Uhr. Sachspenden und ehrenamtliche Hilfe sind erwünscht. Interessenten mit handwerklichen Fertigkeiten werden immer gesucht. Infos beim Spielpädagogischen Dienst, 02421/252111.

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