Düren - Offenheit soll groß geschrieben werden

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Offenheit soll groß geschrieben werden

Von: Ingo Latotzki
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Das Forensische Dorf der Rheinischen Kliniken. Im nächsten Jahr wird hier eine neue Intensivstation gebaut, zudem soll die Werkhalle erweitert werden. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Er versteht sich als Bindeglied zwischen Klinik und Öffentlichkeit - der Forensikbeirat der Rheinischen Kliniken in Düren. Nach viereinhalb Jahren zog das Gremium nun eine Bilanz, in der das Wort „Offenheit” immer wieder fiel.

Nicht erst seit dem spektakulären Ausbruch von zwei psychisch kranken Straftätern im vergangenen November ist das Thema Sicherheit hinter und vor den fünf Meter hohen Mauern ein Dauerbrenner. Mitglieder des Beirates berichteten am Freitag von Fragen aus der Bevölkerung, speziell jetzt, nachdem die beiden Schwerverbrecher aus der Justizvollzugsanstalt Aachen ausbrechen konnten.

Das Thema Sicherheit ist auch deshalb allgegenwärtig, weil im kommenden Jahr im Forensischen Dorf gebaut wird. „Das Menschenmögliche werden wir tun, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten”, sagt Rolf Schellbach-Mathies, Leitender Arzt in der Forensik. Zum einen wird, wie berichtet, die Werkhalle erweitert, zum anderen wird eine neue Intensivstation gebaut. Investiert werden rund 4,5 Millionen Euro. Dass die Rheinischen Kliniken Offenheit pflegen, betonte Dürens Bürgermeister Paul Larue, Vorsitzender des Forensikbeirates. So sei etwas das Bauvorhaben in einer Ausstellung im Bürgerbüro präsentiert worden.

Bei allem, so der Beirat, ginge es um die Patienten. 214 seien derzeit im Forensischen Dorf untergebracht. „Das sind psychisch kranke Menschen”, sagte Pfarrer Alfred Bergrath, der dem Beirat angehört. Bürgermeister Larue betonte, dass im Zweifel die „immer die Sicherheit im Vordergrund steht”. Dass dieser Aspekt für die Bevölkerung meist das Entscheidende sei, bestätigte ein Mitglied, das die Anwohnerschaft vertritt. Das Sicherheitskonzept würde ausreichend vorgestellt, sagte der Mann.

Aus Kostengründen werden seit geraumer Zeit nachts die Patienten in ihren Zimmern eingeschlossen. Damit, so Erhard Knauer, Ärztlicher Direktor, sei Personal gespart worden. Derzeit arbeiten rund 200 Beschäftigte im Dorf, rund 30 weniger als vor dem nächtlichen Einschluss. Im Vergleich zu anderen forensischen Einrichtungen sei das „ein gutes Verhältnis”, sagte Katharina Landorff vom Träger der Klinik, dem Landschaftsverband Rheinland.

Nach dem Ausbruch im vergangenen Jahr seien die „Sicherheitsmängel beseitigt” worden, sagte Klaus Lüder, LVR-Fachbereichsleiter Maßregelvollzug. Die beiden Männer hatten mit Hilfe einer Stange die Klinikmauer überwinden können. Sie nutzen einen Bereich, der von Kameras nicht erfasst wurde. Das sei heute nicht mehr möglich, so Lüder.

Von den beiden Patienten fehlt nach wie vor jede Spur. Es gebe keine Hinweise, dass sie neue Strataten begangen hätten, sagte Rolf Schellbach-Mathies. Möglicherwese haben sie sich in die Türkei abgesetzt.
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