Öffnung der neuen A4-Abfahrt Merzenich Ende März

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
6810439.jpg
Werner Engels vom Landesbetrieb Straßenbau NRW ist als Projektleiter für den Ausbau und die Verlegung der A4 zuständig. Foto: Jörg Abels
6792566.jpg
Die A4 bei der K2-Brücke zwischen Ellen und Arnoldsweiler: Für die Mitte/Ende März geplante Öffnung der Anschlussstelle Merzenicher Heide werden alle Fahrspuren auf die nördliche Brückenseite verlegt. Gleichzeitig wird so die Verschwenkung entschärft. Foto: Straßen.NRW/Grafik: Claaßen Foto: Straßen.NRW/Grafik: Claaßen

Düren/Buir. Anvisiert ist der 24. März. An diesem Montag will der Landesbetrieb Straßenbau auf der A 4 die neue Anschlussstelle (AS) Merzenicher Heide aus Fahrtrichtung Aachen in Betrieb nehmen – drei Wochen vor dem geplanten Abriss der Schoellerstraßenbrücke in Düren in den Osterferien.

„Wir wollen die Anschlussstelle so früh wie möglich freigeben, damit sich die Verkehrsteilnehmer an sie gewöhnen können“, erklärt Projektleiter Werner Engels vom Landesbetrieb Straßenbau NRW. Spätester Termin ist der 1. April. Die neue Anschlussstelle ist ein wichtiger Faktor im Verkehrslenkungskonzept während des zweijährigen Brückenneubaus. Die Experten gehen davon aus, dass ein Teil des Lkw-Verkehrs Düren via Merzenich und B 264 ansteuern wird, um das Nadelöhr B56 zu umgehen.

Arbeiten voll im Zeitplan

Nur ein heftiger und mehrwöchiger Wintereinbruch könnte den Straßenbauern noch einen Strich durch die Rechnung machen. Doch davon geht Engels derzeit nicht aus, zumal mit dem Einbau der Betondecke zwischen den Anschlussstellen Düren und Merzenich die wichtigste Vorarbeit bereits abgeschlossen ist. „Betonbau ist schon bei drei bis vier Grad Celsius nicht mehr möglich“, spricht der Projektleiter von einem Kraftakt der Baufirmen in den vergangenen Wochen. Dass die jeweils rechte Fahrspur und der Standstreifen nicht asphaltiert werden, liegt am extrem hohen Lkw-Aufkommen auf der A4, das mit einem Anteil von 30 Prozent mehr als doppelt so hoch wie auf anderen Autobahnen ist, begründet Engels das „Schwarz-Weiß-Prinzip“: „Beton ist unempfindlicher gegen Spurrillen und hält den hohen Belastungen besser stand.“

Für Engels und sein Team biegt das A 4-Großprojekt in den kommenden Monaten auf die Zielgerade ein. An der geplanten Freigabe der kompletten Neubaustrecke Anfang September zweifelt niemand mehr. Ein genauer Termin muss aber noch mit den Verkehrsministerien in Berlin und Düsseldorf abgestimmt werden. Von den mittlerweile auf 170 Millionen Euro angestiegenen Baukosten (ohne Grunderwerb), die sich der Bund und Tagebaubetreiber RWE als Verursacher der Verlegung teilen, sind nur noch 15 Prozent offen, erklärt Engels.

Gerade erst hat der Projektleiter mit der Polizei und der Bezirksregierung das weitere Vorgehen bis zur Teilöffnung Ende März festgezurrt. Wichtigster Punkt: Während der komplette Verkehr zwischen der Anschlussstelle Düren und der K2-Brücke bei Arnoldsweiler zurzeit noch auf der Südseite rollt, werden bis März alle vier Fahrspuren der beiden Fahrtrichtungen und auch die provisorische Abbiegespur in Richtung Merzenich auf die Nordseite verlegt, damit zum einen die letzten Arbeiten rund um die AS Düren erledigt werden können, zum anderen, um eine problemlose Abfahrt Richtung Merzenich zu ermöglichen. „Wir haben auf der nördlichen Seite der K2-Brücke mit 16,50 Metern genügend Platz für fünf Spuren“, erklärt Engels.

Nebeneffekt: Die starke Verschwenkung an der K2-Brücke wird entschärft. Bis zur Öffnung der AS Merzenicher Heide soll die komplette Neubaustrecke asphaltiert sein. Trotzdem wird der Verkehr nur eine abgesperrte Fahrbahn Richtung Merzenich nutzen können. Parallel werden die Arbeiten an den Lärmschutzwänden für Ellen und Arnoldsweiler abgeschlossen.

An ihnen wird bereits ein besonderes gestalterisches Konzept sichtbar. Die Lärmschutzwände, aber auch alle Brücken im Neubauabschnitt, werden farblich gestaltet. Die optischen Akzente sollen vor allem auf der „langen Geraden“ entlang der Bahnstrecke Aachen-Köln dem Ermüdungsfaktor entgegenwirken. Für mehr Aufmerksamkeit sollen auch 25 Baumgruppen sorgen, die in einem Abstand von jeweils rund 200 Metern bis zum Hambachbahn-Tunnel im Bereich Steinheide in den Böschungen gepflanzt werden. „Jeder Baum des Jahres seit 1991 ist vertreten“, sagt Engels. Wo erforderlich, sind auch bereits die Überflughilfen für Fledermäuse erkennbar.

Am längsten hinziehen werden sich die Arbeiten rund um die künftige Anschlussstelle Elsdorf in Verbindung mit der B 477n, die – um den Verkehrsfluss sicherzustellen – nur Stück für Stück erfolgen können. Ansonsten sind die Asphaltarbeiten im Neubaubereich fast abgeschlossen. Es fehlt nur noch der Flüsterasphalt bei Buir.Dass dort trotzdem bereits Fahrspuren markiert sind, hat einen anderen Grund, erklärt Engels. Ein RTL-Filmteam hat dort zuletzt Actionszenen gedreht.

Noch einmal zurück ans andere Ende: An der A4-Ausfahrt Düren baut der Landesbetrieb auch noch eine große Beckenanlage für das auf der Fahrbahn anfallende Regenwasser. Dazu muss nicht nur das Grundwasser abgesenkt werden. Um die Einwohner von Huchem-Stammeln zu schützen, wird die Wassermenge, die künftig ins „Stammelner Fließ“ eingeleitet wird, begrenzt. Im Januar sollen erste Pumpversuche stattfinden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert