Heimbach - Obstwiesenfest in Heimbach: Ein Apfel am Tag ist gesund

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Obstwiesenfest in Heimbach: Ein Apfel am Tag ist gesund

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André Brings presst frischen Apfelsaft. Foto: Beate Weiler-Pranter

Heimbach. Bevor André Brings ein Glas seines selbst gepressten Apfelsaftes probieren kann, muss er die Muskeln spielen lassen. Runde um Runde dreht der Juniorranger aus Hausen die Winde der Obstpresse tiefer. Solange, bis der naturtrübe Obstsaft in seinen Becher fließt. Frischer geht’s nicht!

Beim 9. Obstwiesenfest der Föno (Fördergemeinschaft naturnaher Obstwiesen und -weiden) konnten die Besucher wieder viel über das alte Kulturgut der Streuobstwiesen kennen lernen. Vor 20 Jahren rief Dr. Karl-Wilhelm Zens das Netzwerk Föno ins Leben. Ziel des damaligen Vereins war es einerseits, den Lebensraum für bedrohte Tierarten zu erhalten, und gleichzeitig die ungespritzten Früchte der historischen Obstwiesen zu vermarkten.

Informativ war nicht nur die Flugschau der Greifvogelstation Hellenthal. Selbst scheue Wald- und Wiesentiere ließen sich als lebensecht ausgestopfte Präparate in der „Rollenden Waldschule“ der Kreisjägerschaft Düren bestaunen. Mit stoischer Ruhe beobachtete Rückepferd Bruno den Besucher-Trubel.

So wie in früheren Zeiten setzt Daniel Linden den 18-jährigen Kaltblüter immer wieder bei Rodungsarbeiten im Wald ein, oder pflügt ganz traditionell mit nur einer Pferdestärke das Feld, erfuhren die Besucher. An den bunten Ständen rund um das Haus des Gastes wurden zudem alte Handwerke wie Besenbinden, Seifensieden, Spinnen und Filzen präsentiert. Auch Baumschnitt-Experten standen Rede und Antwort.

Großer Andrang herrschte am Stand des Apfelexperten Dr. Wolfgang Rieve, der sich mit seiner Frau Margret seit Jahrzehnten um den Erhalt und die Rekultivierung alter Obstsorten kümmert. Gerade erst hat der 79-Jährige eine alte Rarität wiederentdeckt: den „Melonenapfel“, auch „Doppelter Prinzenapfel“ genannt.

Mit leuchtenden Augen hat ein Senior am Stand des Ehepaars den Lieblingsapfel seiner Kindheit wiedergefunden. „Wenn ich eine Dummheit angestellt hatte, sperrte mein Vater mich kurz in den Keller“, erzählt er. „Doch das war keine Strafe für mich, denn dort lagerten die köstlichsten Äpfel“, erinnert er sich.

Beim nächsten Obstwiesenfest 2015 in Heimbach will Wolfgang Rieve wieder dabei sein. Schließlich vertraut er seit Jahrzehnten dem Spruch: „Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern.“

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