Düren - Obdachlosenunterkunft: Auch der Hund muss nicht erfrieren

Obdachlosenunterkunft: Auch der Hund muss nicht erfrieren

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:

Düren. Toto drückt sich immer tiefer in die dünne Decke, die sein Herrchen um ihn geschlagen hat. Bei den eisigen Temperaturen, die derzeit herrschen, friert auch ein Schäferhund-Mischling trotz seines einigermaßen dicken Fells, wenn er Tag und Nacht draußen zubringen muss.

Sein Herrchen ist obdachlos, sitzt meistens mit seinem Hund in der Wirtelstraße in Düren, um die Passanten anzubetteln. Nachts suchen beide Schutz in Geschäftseingängen, wo es nicht so zieht. In einem alten Schlafsack aneinander geschmiegt warten sie auf den Sonnenaufgang.

In die Notunterkunft der Stadt oder von In Via zieht es den Obdachlosen nicht. Man ist lieber für sich alleine. Andere Obdachlose sehen hingegen durchaus die Gefahr, in den aktuellen eisigen Nächten zu erfrieren. Von den 29 Betten, die In Via für Wohnungslose bereit stellt, sind derzeit 27 belegt, die 60 Betten der städtischen Unterkunft in der Rurstraße sind ebenfalls fast alle vergeben.

„Wir haben noch ein Männerbett und ein Frauenbett frei“, teilt In Via-Geschäftsführer Norbert Schöller auf Anfrage mit. Die Obdachlosen bekommen ein Bett und einen Schrank in Zwei- oder Dreibettzimmern. Die Räume sind Tag und Nacht geöffnet. Schöller: „Wer will, kann sich hier auch den ganzen Tag aufhalten.“

In der Küche kann man sich auch ein Essen zubereiten. Ein Hund sei kein genereller Ablehnungsgrund, so Schöller: „Es kommt immer auf das Tier und den Halter an.“ So habe momentan auch ein Hund in der Notunterkunft an der Dechant-Bohnekamp-Straße samt Besitzer Unterschlupf gefunden. Essen und Getränke bietet In Via für im Cafe Lichtblick in der Friedrichstraße an.

Norbert Schöller geht davon aus, dass In Via und die städtischen Mitarbeiter rund 90 Prozent der Wohnungslosen überreden können, bei Minustemperaturen in den Obdachlosenunterkünften zu nächtigen. „Manchen kostet es aber einfach eine zu große Überwindung, mit anderen Menschen auf einem Zimmer zu sein. Sie bleiben trotzdem draußen.“ Ihnen bietet In Via zumindest einen wärmenden Schlafsack an. Von diesem Hilfsangebot profitieren auch Toto und sein Herrchen.

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