„Nussknacker”: Der Traum wird auf der Bühne Wirklichkeit

Von: Anna-Maria Wagner
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Viel Aufregung vor der Aufführung - schon im Kostüm proben die Ballettschülerinnen von Brigitte Pahlke ihre Haltung. Foto: Anna-Maria Wagner

Düren. Das Haus der Stadt war ausverkauft, als sich am Donnerstag der Vorhang für den „Nussknacker” öffnete. Das klassische Weihnachtsballett aus der Feder von Tschaikowski und seines Librettisten Marius Pepita entstand 1891 nach einem Märchen von E.T.A. Hoffmann.

Tschaikowskis Bruder hatte den Text, so wird erzählt, für seine Kinder als Weihnachtsüberraschung zu einer Zimmertheaterfassung umgeschrieben und damit den Ballettkomponisten zu seinem dritten Ballett nach „Schwanensee” und „Dornröschen” inspiriert.

Onkel Drosselmeyer taucht auf

Dieser Bruder taucht im Ballett als Onkel Drosselmeyer auf, der seiner Lieblingsnichte Klara einen Nussknacker zu Weihnachten schenkt. Die Geschichte der jungen Klara und ihr Weihnachtstraum, in dem sie mit ihrem Nussknacker, der sich in einen Prinzen verwandelt, in das Land der Zuckerfee reist, zeigte nun das russische Nationalballett ganz klassisch auf der Bühne im Haus der Stadt. Als erklärende Hilfe kam zu Tänzern und Musik eine Märchenerzählerin, die dezent an wichtigen Stellen die Geschichte in Worte kleidete.

Als Highlight traten etwa 60 Dürener Ballettschülerinnen in der Inszenierung auf, die unter der Leitung von Brigitte Pahlke die von Tschaikowski konzipierten Kinderrollen tanzten. Die Mäuschen und Prinzessinnen, Chinesinnen und orientalischen Tänzerinnen gaben dem Abend einen ganz besonderen Esprit, der ansonsten mit großer Professionalität und Routine über die Bühne ging. Die Choreografien waren perfekt, die Solisten Olga Grigorieva und Khasan Usmanov zogen die Zuschauer in ihren Bann, so dass der Funke schnell übersprang. Die klassische Musikeinspielung ermöglichte exakte Figuren, die in einem einfachen, wie überzeugenden Bühnenbild, das nur aus bemalten Vorhängen bestand, überzeugten.

Auch die Kostüme begeisterten und spätestens beim ersten Pas de deux von Klara und dem Prinzen am Ende des ersten Aktes hinter weich fallenden Schneeflocken kam Weihnachtsstimmung auf. Der Traum Klaras, wie ihn so viele junge Mädchen haben, von einem Prinzen in einem Märchenschloss, wurde auf der Bühne Wirklichkeit - auch dank Olga Grigorieva, die neben der Figur Klara auch die Tänze der Zuckerfee übernahm.

Als Klara am Ende erwacht und damit auch der Ballett-Traum-Abend sein Ende findet, bedankte sich das Dürener Publikum bei dem Ensemble und den Ballettmäuschen mit nicht enden wollendem Applaus.

Und alle Besucher haben sehr, sehr gern die Ermahnung der Erzählerin mit nach Hause in die Adventszeit genommen: „Hört niemals auf zu träumen!”
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