Nur im Schneckentempo ins Internet

Von: mv
Letzte Aktualisierung:
Glasfaserkabel
Schnell ins Internet: Geschwindigkeit ist eine Frage der Technik. Glasfaser-Kabel ermöglichen die weltweite Versendung von riesigen Datenmengen in Sekunden. Foto: DN

Heimbach/Hürtgenwald. Die schöne Welt des Internet ist in einigen Teilen des Kreises Düren noch eine Fata Morgana. In der ländlichen Region, insbesondere in Teilen von Heimbach, Hürtgenwald und Niederzier, kommt man ins Internet nur im Schneckentempo. Statt auf der Datenautobahn zockeln viele Nutzer auf dem Standstreifen herum. Das wollen die Bürgermeister und Landrat Wolfgang Spelthahn nicht länger hinnehmen.

Zunächst ist noch nicht einmal im Detail bekannt, in welchen Straße es genau hakt. Es sollen auch Außenbezirke der Stadt Düren betroffen sein. Von eklatanten Lücken muss man in Titz sprechen. Aber Geschwindigkeit ist keine Hexerei, sondern eine Frage der Technik. Glasfaser-Kabel ermöglichen die weltweite Versendung von riesigen Datenmengen in Sekundenschnelle. Wer diesen Komfort einmal genossen hat, will ihn nicht mehr missen.

Laut Telekom ist angeblich in 96 Prozent aller Haushalte des Kreises Düren DSL verfügbar. Dabei wird verschwiegen, dass man mit schlappen 384 kbit bei der Telekom schon als versorgt gilt. Was der Landrat für notwendig hält, ist glatt das 16-fache.

Der schnelle Internetzugang über Breitbandtechnologien hat sich längst zu einem wichtigen Standortfaktor für die Haushalte und Unternehmen entwickelt. „Das könnte uns demnächst noch Arbeitsplätze kosten”, fürchtet der Landrat für den Fall, dass jetzt nicht unverzüglich Aktionen folgen.

Derzeit ist man dabei, Bürger und Unternehmen zu befragen: Benötigen Sie einen schnellen Internetzugang? Nutzen Sie schon einen Internetzugang? Mit welcher Übertragungsgeschwindigkeit? Sind Sie zufrieden? Schon sind die ersten 1600 Fragebögen ans Kreishaus zurückgeschickt worden, und es wird klar: Fast jeder ist nicht zufrieden. „Machen Sie bitte mit, jede Meinung ist wichtig”, so forderte jüngst Heimbachs Bürgermeister Berd Züll seine Bürger nochmal eigens auf.

Er kann zuversichtlich sein. Bis Ende April werden, so schätzt Spelthahn, mehrere tausend Bögen beantwortet im Kreishaus eintrudeln. Danach wird ein lokaler Breitband-Atlas Kreis Düren erstellt.

„Dann haben wir einen lokalen Plan und wissen, wer welche Leistung wo bekommen kann”, freut sich Spelthahn. Der Plan ist die Voraussetzung, um mit verschiedenen Anbietern in Verhandlung treten zu können. Alte Kupferkabel mit großem Streuverlust werden von dem Anbieter Zug um Zug gegen Glasfaser-Kabel eingetauscht. Das muss der Anbieter innerhalb von nicht mehr als zwei Jahren schaffen. Der Kreis wird aus dem Konjunkturpaket II genau 1,5 Millionen Euro dafür ausgeben, „und ich hoffe, dass die Gemeinden ihren Anteil dazutun werden”. Land NRW und Bund haben schon signalisiert, dass weitere Gelder fließen können.

Es handelt sich hier übrigens nicht um ein spezifisches Problem des Kreises Düren. In ganz Deutschland sind die Ballungsgebiete hervorragend versorgt, die ländlichen Gebiete sind benachteiligt. Von einer „Mogelpackung” spricht Spelthahn, denn die Bürger in ländlichen Regionen zahlen DSL genauso wie die Bürger in Großstädten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert