Nummernboy-Vorfall: Keine Bewährung

Von: kin
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Nach dem Vorfall mit dem Nummernboy schließt der Regionalverband die Nörvenicher KG aus seinen Reihen. Foto: Martinak

Nörvenich. Die Nörvenicher Karnevalsgesellschaft „Fidele Jonge“ wird aus dem Regionalverband Dürener Karneval (RVD) ausgeschlossen. Das hat das RVD-Präsidium mit Rolf-Peter Hohn an der Spitze nach der Anhörung der Vorstandsvorsitzenden am Mittwoch Abend beschlossen.

 „Unsere Satzung“, so Rolf-Peter Hohn, „hat nach dem Auftritt des Nummernboys keine andere Entscheidung zugelassen. Wir mussten so handeln, auch um ein deutliches Signal zu setzen.“ Bei der Damensitzung der „Fidele Jonge“ war besagter „Nummernboy“ aufgetreten und hatte unter anderem mit obzönen Bewegungen den Eklat ausgelöst. Für die „Fidele Jonge“ aus Nörvenich ist die Entscheidung des RVD bitter. Die Gesellschaft hat fünf Garden, die Tänzerinnen und Tänzer können jetzt nicht mehr an den Wettbewerben des RVD teilnehmen. Ihr eigenes Tanzturnier hat die Gesellschaft schon abgesagt. Außerdem werden höhere Gema-Gebühren fällig, weil der von dem RVD ausgehandelte Gemavertrag für die Nörvenicher nun nicht mehr gilt.

„Wir akzeptieren diese Entscheidung“, sagt Michael Kügeler, Schatzmeister der „Fidele Jonge“. „Es wird von unserer Seite keinen Widerspruch geben.“ Man habe mit dem Engagement des Nummernboys Fehler gemacht, so Kügeler. „Dafür möchten wir uns bei allen entschuldigen.“ Das Argument, der Nummernboy habe sich nicht an die klaren Vorgaben gehalten, die die Nörvenicher ihm für seine Auftritte gemacht hätten, lässt Hohn nicht gelten. „Mich interessiert nur das Ergebnis auf der Bühne. Und dafür ist die Gesellschaft verantwortlich.“

Wann die „Fidele Jonge“, die 1957 Gründungsmitglied beim RVD waren, wieder mit einer Aufnahme in den Verband rechnen können, wollte Hohn am Donnerstag nicht sagen. Bei den „Blau-Weißen Sternen“ aus Derichsweiler hatte der Ausschluss wegen einer Oben-ohne-Tänzerin zehn Jahre gedauert. „Die haben aber auch gemauert“, so Hohn. „Die ‚Fidele Jonge‘ befinden sich in einer Bewährungsphase. Die Gesellschaft ist geständig, einsichtig, hat Rechtsmittelverzicht erklärt. Und wenn wir den Eindruck haben, dass innerhalb des Vorstandes wieder geordnete Verhältnisse herrschen, steht einer Wiederaufnahme nichts im Wege. Aber bis dahin wird es einige Zeit dauern. Wir sprechen hier wirklich von einem schwerwiegenden Vergehen.“

Hans-Josef Meisenberg, Vorsitzender der Derichsweiler KG, nennt die zehn Jahre ohne Regionalverband eine „harte Zeit“. „Abgesehen von den finanziellen Nachteilen sind wir auch nicht mehr zu anderen Gesellschaften eingeladen worden. Das war schon bitter.“ Welche konkreten Konsequenzen der Ausschluss für die „Fidele Jonge“ hat, konnte Michael Kügeler gstern nicht sagen. „Wir werden unsere Sitzungen weiter veranstalten und auch der Karnevalszug wird gehen.“ Bis jetzt, so Kügeler, seien noch keine Kinder aus dem Verein abgemeldet worden. Nörvenichs Bürgermeister Hans-Jürgen Schüller bewertet den Ausschluss als „ziemlich katastophale Entscheidung für den Ort“. Er kenne die finanzielle Situation der KG nicht, so Schüller. „Aber einfach ist es ja heute für keinen Verein.“

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