Düren - Nuhrs Wahrheiten begeistern in Düren

Nuhrs Wahrheiten begeistern in Düren

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
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Vielschichtig, vielseitig, so präsentiert sich Dieter Nuhr Samstagabend in der Arena Kreis Düren. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Es ist ein Glück, dass Dieter Nuhr ganz offensichtlich über eine gut ausgeprägte Selbsteinschätzung verfügt. Eigentlich wollte er ja Lehrer werden, eigentlich.

Als Nuhr, 48, aber bemerkte dass er lieber vor Freiwilligen auftritt und ihm außerdem manche Oberstufenschülerin aus rein rechtlichen Gründen gefährlich werden könnte, entschied er sich, Comedian zu werden.

Dass sein Publikum im Unterschied zu Schülern auch noch Eintritt zahlen würde, mag seine damalige Entscheidung zusätzlich begünstigt haben.

Wäre dem nicht so gewesen, hätten mehr als 2000 Menschen in der Arena Kreis Düren am Samstag nicht so einen schönen Abend verleben könnte. Dass es ein schöner Abend gewesen sein muss, lässt sich mühelos an der Dauer des Beifalls ablesen.

Es machte auch überhaupt nichts, dass Nuhr, der in Wesel seinen ersten Schreit tat, mit „Nuhr die Wahrheit” schon einmal in Düren war - im November 2007. Einer wie er, der in der Lage ist zu beweisen, dass sich Intelligenz und Humor nicht ausschließen, zieht auch ein zweites Mal.

Zum Beispiel mit Witzen wie diesen: „Gott hat in sechs Tagen die Welt erschaffen, das ist knapp. Ich hab´ mit Handwerkern andere Erfahrungen gemacht.” Weil das so ist, sei die Bibel schlecht recherchiert, sagt Nuhr und grinst schelmisch.

Das ist eines seiner Themen: Der Glaube an sich. Wahrheit, Unwahrheit, und, na ja, nehmen wir es vorweg. Die Botschaft des Abends lautet: Es gibt nicht nur eine Wahrheit. Diese Botschaft fragt er ganz konkret ab, da kommt er dann doch wieder durch, der Lehrer, Nuhr spricht von Lernzielkontrolle und grinst wieder.

Wie dicht Wahrheit und Unwahrheit zusammenliegen können, zeigt diese Nuhrsche Episode: Irgendwer fragt, wo Jesus ist. Der ist Wasser kaufen, sagt einer. „Was? Der ist übers Wasser gelaufen?”Und schon ist ein Wunder entstanden.

Es ist schon oft geschrieben worden: Nuhr überzeugt mit dieser angenehmen Mischung aus geistreichem Humor, einer genauen Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, eine klare Sprache zu benutzen. Er kommt ohne Tamtam aus, keine Laser-Effekte, Fanfaren oder ähnliches Zeug. Nuhr ist nur Nuhr.

Deshalb hat er unter anderem den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett gewonnen und den Deutschen Comedypreis - sicher aber auch wegen seines spontanen Witzes.

Nach dem Programm gibt´s die obligatorische Fragestunde. Wann er wieder in Düren sei mit neuem Programm, will einer wissen. „Sie sind der ganz gierige Typ”, ruft Nuhr und hat das Datum „zufällig im Kopf”: Es ist der 15. Januar nächstes Jahr.

Ein Tag zum Vormerken. Es dürfte wieder Nuhr gut sein.
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