Nord-Düren: Ein Stadtteil mit Potenzial

Von: Hannes Schmitz
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Im Dürener Norden hat ein Erneuerungsprozess gestartet. Viele Hauseigentümer haben die Initiative ergriffen und Fassaden renoviert. Experten machen eine „Aufwärtsbewegung“ aus. Foto: Stephan Johnen
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Die Verantwortlichen wollen, dass die „Aufwärtsbewegungen“ fortgesetzt werden. Der Technische Beigeordnete der Stadt Paul Zündorf (2.v.r.) sieht in der Immobilienbörse einen guten Anfang. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Ein Stadtteil verändert sich, eher im Stillen startet ein Erneuerungsprozess: Nord-Düren will schöner werden. Eine Menge ist schon passiert. Fassaden und Außenwände wurden renoviert, das Straßenbild wandelt sich peu à peu. Viele Hauseigentümer haben schon die Initiative ergriffen und mit Sanierungs- und Verbesserungsmaßnahmen ihre Immobilien aufgewertet.

Fast schien es so, als ob der einst von Bürgermeister Josef Vosen angestoßene Entwicklungsprozess ins Stocken geraten wäre, nachdem das Haus der Stadt gebaut, der Busbahnhof vollendet und die Straßen dem Viertel angepasst wurden. Einiges verrottete, vieles wurde heruntergewirtschaftet, der eigentlich bauhistorisch bedeutsame Stadtteil steuerte auf einen Ghetto-Charakter zu.

Das Viertel hinter der Bahn wurde oft gemieden, Vorurteile geschürt. Die Zeiten änderten sich aber, als die Stadt Düren begann, mit dem Stadtteil Norddüren am Programm „Soziale Stadt NRW“ teilzunehmen. Seit Anfang 2008 sieht die Stadtteilvertretung mit ihren Arbeits-, Projekt- und Bewohnergruppen es als ihre Aufgabe an, die Wohn- und Lebensqualität im Stadtteil zu verbessern.

Nach den Diskussionen packten die Bürger an und erreichten etwas. Da aber vor allem bei den Wohngebäuden und Wohnungen im Viertel noch vieles im Argen liegt, ging die Stadtteilvertretung neue Wege und veranstaltete im Haus der Stadt die erste Immobilienbörse. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Paul Zündorf, ließ in seiner kurzen Eröffnung erkennen, dass ihm der Stadtteil am Herzen liegt. Schließlich war er einst als Leiter des Tiefbauamtes mit an der geplanten und begonnenen Erneuerung beteiligt.

Gesucht werden Investoren für den Norden der Stadt, die Wohnqualität in heruntergekommene oder nicht mehr normalen Baustandard entsprechende Häuser bringen. So stand die Grundsatzfrage am Anfang der Vorträge und Diskussionen: „Lohnen sich Investitionen in eine Immobilie in Norddüren?“ Die Fachleute waren davon überzeugt, das Publikum im gut besuchten Foyer des Hauses der Stadt zunächst eher skeptisch.

Als aber klar wurde, dass mit Fördermitteln vom Land oder Zuschüssen der Stadt eine Modernisierung durchaus machbar erschien, wurden das Interesse geweckt und die Fragen konkreter. Niemand braucht eine Investitionsbereitschaft übers Knie zu brechen. In einem Gespräch mit dem Beraterteam Gerd Grezella von der Stadt sowie den Architekten R. Schumacher, J. Vahlenstein und M. Düsseldorf lässt sich vielleicht schon im ersten Anlauf klären, ob sich eine Modernisierung rechnet.

Diese Erstberatung ist kostenlos, und in einer ersten Expertise wird auch Auskunft über Fördermittel gegeben und eine Beispielrechnung bei der Inanspruchnahme der Gelder vorgestellt. Ziel des Projektes ist es, die soziale Infrastruktur zu verbessern. Und lebenswerte Wohnungen gehören dazu, wie die Veranstalter meinen, die überhaupt durch die gesamten Renovierungsmaßnahmen eine „ Aufwärtsbewegung im Stadtteil“ sehen.

Die positiven Standortfaktoren hatte zuvor, nach den Anfangsworten von Karl-Heinz Küpper und Atila Balikci von der Stadtteilvertretung, Architekt Burhan Cetinkaya erläutert, der in dem Stadtteil ein große Nebenzentrum zur Innenstadt sieht.

Eine Vielfalt an kleinen Läden und Märkten, Imbisslokalen, Obst- und Gemüseauslagen bestimme das Bild. „Einkaufen wie im Urlaub“, lautet sein Fazit über einen Stadtteil, der bestens ausgestattet mit Kitas, Schule und Jugendheim ist, mit dem Haus der Stadt zum Zentrum der Kultur wurde und über attraktive Grün- und Aufenthaltsflächen verfügt.

Aussagen, die Hassan Hamade bestätigte. Der Berufssoldat schilderte, warum er sich die Nordstadt als Domizil ausgesucht hatte. Das Preis-Leistungsverhältnis stimme beim Erwerb von Immobilien. Er fühle sich dort wohl und widersprach energisch der seiner Meinung nach „unsinnigen Stammtischparole vom sozialen Brennpunkt“.

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