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Nörvenicher lassen die vielen Schwarzsucher jetzt ins Leere laufen

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Der Archäologie-Arbeitskreis in Nörvenich bereitet die Veranstaltungen für 2013 vor: Stephan Mros, Hans-Dieter Pütz, Walter Bender (v. l. stehend), und Klaus Mühlbauer und Heinz-Josef Durst (v. l. sitzend).

Nörvenich. Seit über 100 Jahren wird bereits vermutet, dass im Gemeindegebiet Nörvenich einmal eine nicht unbedeutende römische Ansiedlung bestanden haben soll. Und Dr. August Schoop, Historiker und Heimatforscher aus Düren, hat bereits 1905 das Römerfeld von Nörvenich als das größte römische „Trümmerfeld“ des alten Kreises Düren bezeichnet.

Man munkelte über spektakuläre Funde von Privatleuten, aber auch über professionell ausgestatteten Schwarzsucher, die sogar nachts das kulturelle Erbe der Nörvenicher und der ganzen Region systematisch plünderten. Dieser Ort wurde in den einschlägigen Kreisen sogar bundesweit im Internet als Geheimtipp gehandelt.

Vor vier Jahren entschloss sich der örtliche Heimat- und Geschichtsverein, diesem Treiben und der Ungewissheit ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Der neu gegründete Arbeitskreis Archäologie konnte in Zusammenarbeit mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und mit Genehmigung von Eigentümer und Verwalter des Antoniterhofes die erste Begehung im November 2009 starten.

Seitdem hat der Arbeitskreis Archäologie 17 Suchtermine auf dem 22 Hektar großen sogenannten Römerfeld organisiert. „Wir hatten dabei Glück, denn von Anfang an haben uns zahlreiche Sondengänger mit teilweise jahrzehntelanger Erfahrung bei der Suche sehr erfolgreich unterstützt“, erläutert Klaus Mühlbauer, Leiter des Arbeitskreises Archäologie.

Das Areal ist seit den achtziger Jahren ein eingetragenes Bodendenkmal. Grabungen sind strikt dort untersagt. Die Bergung antiker Gegenstände beschränkte sich demnach ausschließlich auf die oberflächennahe Suche.

„Wir haben unser Ziel erreicht. Über 300 Münzen, etwa 400 keramische Fundstücke und rund 500 sonstige Metallteile konnten geborgen werden. Wir sind uns demnach sicher, dass nunmehr nachfolgende Schwarzsucher keine großen Erfolge mehr haben werden“, bewertete der Experte für antike Funde, Hans-Dieter Pütz, die gesamte Aktion. Die Funde belegen eine Besiedelung von rund fünf Jahrhunderten.

Ein wichtiges Ereignis hat im Oktober 2012 stattgefunden. Über eine Woche lang hat das archäologische Institut der Universität zu Köln das römische Areal mit hochmodernen Messgeräten untersucht und festgestellt: Hier befand sich kein römischer Bauernhof (Villa rustica), wie sie in der Zülpicher Börde zahlreich vorkamen, sondern eine wohl bedeutende römische Zivilsiedlung. Daraus lässt sich mit Fug und Recht ableiten: Nörvenich existierte also bereits zur Römerzeit, unter welchem Namen auch immer, wird noch zu erforschen sein.

Ein interessanter Flyer, gestaltet vom Arbeitskreis Mitglied Stephan Mros, gibt nähere Auskunft auch über die Ausstellungen und Vorträge im Jahre 2013. Der Flyer liegt ab sofort in verschiedenen Geschäften von Nörvenich aus.

Er ist auch einzusehen im Internet auf der Homepage www.hgv-noervenich.de. Erfreulicherweise, so wird vom Arbeitskreis mitgeteilt, liegen bereits Zusagen für Fördergelder beziehungsweise Sponsorengelder oder sonstige Hilfen vor. Engagieren wollen sich eine Bank aus Hürth-Frechen, die Kreisverwaltung Düren und ein großer örtlicher Energieversorger, so teilte jetzt die verantwortlichen vom Arbeitskreis Archäologie mit.

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