Noch Matsch und Munition in der „Alten Gasse”

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Die Teilnehmer der Waldbegehung sahen sich auf früherem Militärgelände um. Foto: Bongartz

Kreuzau. Ein feierliches „Hineinspaziert” wäre an dieser Stelle eigentlich angebracht gewesen. Immerhin, als das Tor zur „Alten Gasse” sich öffnete, war es schon so etwas wie ein historischer Moment für die Gemeinde Kreuzau, war der Waldweg zwischen Kreuzau und Stockheim doch jahrzehntelang für Zivilisten gesperrt.

Bei der traditionellen Waldbegehung der Gemeinde wurde der Weg, der durch das Gelände des ehemaligen Munitionsdepots der belgischen Streitkräfte führt, erstmals wieder für eine breitere Öffentlichkeit geöffnet. Allerdings verlief die historische Wanderung durch den Wald wenig feierlich: Hinter dem Tor am Waldrand offenbarte sich den rund 60 Teilnehmern der Waldbegehung eine wahre Matsch- und Schlammwüste.

Wohl dem, der da festes Schuhwerk eingeplant hatte. Die Wege sind derzeit nicht vielmehr als ein Provisorium, schlossen sich nach der Wanderung der Gemeinde aber auch wieder für die Öffentlichkeit, denn bis jetzt sind noch nicht alle der rund 180 kleinen asbestverseuchten Munitionsdepots entsorgt worden.

Ursprünglich hatte der Eigentümer des Geländes, das Bauunternehmen Strabag, geplant, bis Ende des Jahres alle der über das rund 100.000 Quadratmeter große Gebiet verstreuten Hütten zu beseitigen. Das schlechte Wetter habe der Strabag dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht, so Kreuzaus Bürgermeister Walter Ramm. Bis Februar oder März soll der Weg durch die „Alte Gasse” aber wieder vollständig frei sein, schätzt Ramm.

Befestigt soll er dann auch von Radfahrern genutzt werden können. Die Strabag möchte ferner auf rund 10 Hektar ein neues Baugebiet erschließen, der Flächennutzungsplan soll im nächsten Jahr geändert werden.

Das Munitionsdepot der Belgier ist eine von vielen Altlasten, derer sich die Gemeinde im vergangenen Jahr angenommen hat. Unschöne Industriebrachen wie die Friedenau, oder die alte Mälzerei, aber auch das Obermaubacher Seehotel Margarethe - Kreuzau hat die Weichen gestellt, um alle fälligen Altlasten zu beseitigen. Diese und andere Wegmarken der Gemeinde in 2009 ließ Bürgermeister Walter Ramm am Ziel der Wanderung, der Stockheimer Gaststätte „Zur Post”, noch einmal Revue passieren.

Für ihn ein zentralter Punkt des ausklingenden Jahres: Man hat den Weg aus dem Haushaltssicherungskonzept heraus gefunden. Gleichwohl wird 2010 kein leichtes Jahr für die Gemeinde werden. Bürgermeister Ramm: „Wegen der Wirtschaftssituation müssen wir noch einmal tief in die Rücklagen greifen.”
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