Düren - Niko die Rippen gebrochen

Niko die Rippen gebrochen

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:

Düren. Der kleine Niko war noch keine sechs Wochen alt, als ihm der Oberschenkel gebrochen wurde. Zwei Wochen später wurde der Säugling mit drei gebrochenen Rippen ins Krankenhaus gebracht.

Auch wenn sich am Mittwoch nicht zweifelsfrei klären ließ, wer dem Kind die schmerzhaften Verletzungen beibrachte: Wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen verurteilte das Amtsgericht Düren den Vater des Jungen zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, die Mutter kam mit einer Jugendstrafe von neun Monaten auf Bewährung davon.

Grund für das unterschiedliche Strafmaß: Der angeklagte Vater hatte zuvor bereits eine Latte von Vorstrafen verbüßt. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Vater drei Jahre Jugendhaft gefordert, für die Mutter ein Jahr auf Bewährung. Die Anwälte plädierten auf Freispruch.

Auch nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen und Sachverständigen blieb letztlich unklar, was sich vor dem 24. Oktober 2006 in der jungen Familie abgespielt haben muss. Die beiden Angeklagten, Nikos Mutter und Vater, schwiegen zur Tat.

Nur so viel lässt sich rekonstruieren. Am Morgen des 24. Oktober 2006 bemerkt die Oma des kleinen Niko, dass sich das Kind vor Schmerzen krümmt. Sie schickt die Eltern mit Niko zum Arzt. Der überweist den Patienten ins Krankenhaus.

In der Kinderklinik in Birkesdorf werden der schon ältere Bruch des rechten Oberschenkels sowie drei Rippenbrüche festgestellt. Mit Erklärungen der Eltern, das Kind sei vom Sofa gefallen oder aus dem Kinderwagen gerutscht, geben sich die Ärzte nicht zufrieden. Sie rufen die Polizei.

Niko wurde inzwischen in die Obhut von Pflegeeltern gegeben, Mutter und Vater standen am Mittwoch vor Gericht. Eine Gutachterin der Uni Köln führte Richter Karl Otto anhand einer Puppe vor, wie die Wirbel des kleinen Niko gebrochen worden sein müssen: Mit Gewalt von Erwachsenenhand. „Knochen von jungen Babys sind noch sehr biegsam und brechen nicht so schnell”, betonte die Fachärztin.

„Niko muss enorme Schmerzen gehabt haben”, mutmaßte denn auch Staatsanwältin Andrea Korte. Ob nun der heute 21 Jahre alte Vater oder die ebenso junge Mutter des Kindes Niko die Verletzungen zufügte, bleibe ungeklärt, so Richter Otto in der Urteilsbegründung. Fest stehe jedoch, dass derjenige, der es nicht war, auch nichts unternommen habe, die Tat zu verhindern.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert