Düren - Nie mehr ohne Begleitdienst unterwegs: Service für Senioren

Nie mehr ohne Begleitdienst unterwegs: Service für Senioren

Von: Sandra Kinkel
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„Bitte Vorsicht beim Einsteigen!” Liebevoll hilft Ilse Müller Helene Valentin ins Auto. Die Mitarbeiterin des Seniorenbegleitdienstes fährt mit der 90-jährigen Dame zu einem Seniorennachmittag. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Der Mittwoch ist für Helene Valentin immer ein ganz besonderer Tag. Mittwochs gibt es nämlich nachmittags einen Seniorennachmittag im Evangelischen Gemeindehaus am Wilhelm-Wester-Weg in der Innenstadt.

Und da geht Helene Valentin immer gerne hin. Zum Klönen, Geschichten hören und Kaffee trinken. Allerdings ist der Weg von Helene Valentins Seniorenheim an der Roonstraße für die alte Dame sehr beschwerlich.

Gerade jetzt bei diesem Winterwetter hat sie Angst, auszurutschen und zu fallen. Und außerdem ist es ihr auch lieber, wenn sie nicht alleine in den großen Gemeindesaal gehen muss. „Ich bin froh, dass es Herrn van der Wolf und seine Mitarbeiter gibt”, erklärt Helene Valentin. „Das ist für mich eine riesengroße Erleichterung.”

Jack van der Wolf ist 66 Jahre alt, ausgebildeter Seniortrainer und immer auf der Suche nach guten Ideen. Vor knapp einem Jahr hat er den „Begleitdienst für Senioren in Düren”, kurz „B.D.S-DN” ins Leben gerufen. „Ich habe immer wieder ältere Menschen bei der Sparkasse beobachtet, die zum Monatsanfang ihre Rente abgeholt haben.” Und ihm ist aufgefallen, dass diese Menschen auch oft von anderen beobachtet werden. Und so sehr leicht Opfer von Gewalttaten werden können.

Schnell war der Einfall zu einem Begleitdienst geboren. „Ich wollte natürlich Begleiter für Senioren finden, die absolut seriös und zuverlässig sind.” Und deswegen hat Jack van der Wolf sich zunächst an die Polizei gewandt. „Ich dachte, an pensionierte Polizisten, die mir vielleicht helfen könnten. Und dass hat dann auch geklappt.”

Mittlerweile hat Jack van der Wolf für seinen ehrenamtlichen Begleitdienst 15 Helferinnen und Helfer gefunden. Das sind nicht nur pensionierte Polizisten, aber alles Leute, die für ihren Begleitdienst zunächst ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen müssen. „Das ist Voraussetzung”, so van der Wolf. Außerdem werden alle Mitarbeiter des Begleitdienstes gründlich geschult.

Ihre Fahrten erledigen die Seniorenbegleiter allesamt mit ihren Privatwagen. So wie Ilse Müller (55), die heute Helene Valentin zur Evangelischen Gemeinde begleitet. „Ich habe in der Zeitung von der Initiative gelesen und war gleich begeistert, weil ich etwas für Senioren tun wollte. Und die Arbeit macht sehr, sehr viel Spaß.”

15 Männer und Frauen werden derzeit von den Mitarbeitern des Seniorenbegleitdienstes betreut, über 30 Fahren fallen jeden Monat an. Pro Auftrag fallen zwei Euro Pauschalkosten an, sowie 30 Cents für jeden gefahrenen Kilometer.

„Wir machen fast alles, wozu Begleitung notwendig ist. Aber keine reinen Taxifahrten, das ist ganz wichtig.” Möglich sind Fahrten zum Arzt und zu Behörden, Begleitung bei Einkäufen und zum Friedhof. Jack van den Wolf: „Die Menschen in unserer Gesellschaft vereinsamen immer mehr, und deswegen wird unser Dienst immer wichtiger. Wenn das gewünscht ist, fahren wir auch mit Leuten in Urlaub oder begleiten sie ins Theater oder zu einem schönen Essen.”

Dann allerdings muss derjenige, der begleitet wird, auch die Kosten für diese Art Ausflüge übernehmen. Wichtig ist Jack van der Wolf noch, dass die Kunden des Begleitdienstes immer von einem anderen Fahrer betreut werden. „Es sollen keine Abhängigkeiten entstehen. Auf beiden Seiten nicht. Und deswegen enden unsere Dienste auch immer an der Haustür.” Übrigens heißt van der Wolfs Initiative zwar Begleitdienst für Senioren, richtet sich aber durchaus auch an jüngere Leute. „Das Alter ist egal. Wir fahren auch Kinder und jüngere Leute, wenn sie Hilfe brauchen.”

Helene Valentin sitzt mittlerweile mit Ilse Müller bei ihrem Seniorennachmittag. Die beiden Damen plaudern und haben sichtlich Spaß. Und später bringt Ilse Müller Frau Valentin wieder sicher ins Seniorenheim.
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