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Nideggen zeigt Trianel die schwarz-rot-gelbe Karte

Von: bugi
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Rursee-Idylle mit Blick auf Eschauel und Schmidt. Das geplante Pumpspeicherkraftwerk am See lehnt Nideggens Rat ab. Foto: Bert van Londen

Nideggen. Sechs Jahre und knapp neun Monate ist es her, dass Werner Löhrer das letzte Mal den Nideggener Ratssaal betreten hat. Löhrer, damals 25 Jahre lang Fraktionsvorsitzender der CDU, legte nach der gescheiterten Abwahl von Ex-Bürgermeister Willi Hönscheidt im März 2006 sein Mandat nieder und trat aus der CDU aus. Für die Sitzung am Dienstag hatte sich Löhrer gut vorbereitet.

Er gehört der Initiative „Rettet den Rursee“ an und wollte sich in der Sondersitzung des Rates zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk äußern. Zu Wort kam Löhrer nicht. Das verhinderte ausgerechnet einer seiner Nachfolger, CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Fischer.

Bürgermeisterin Margit Göckemeyer war es, die zur Sondersitzung neben Trianel die Initiative „Rettet den Rursee“, die IG Pro Pumpspeicherkraftwerk und Gotthard Kirch vom Verband Rureifel-Tourismus eingeladen hatte – entgegen der Absprachen in der letzten Hauptausschusssitzung, wie Markus Fischer befand. Dort war beschlossen worden, ohne weitere Aussprache einen Antrag von CDU, SPD und FDP zum Pumpspeicherkraftwerk zu beschließen – und zwar rechtzeitig, bevor am 11. Dezember bei der Bezirksregierung im Rahmen der Regionalplanänderung eine Anhörung der beteiligten Stellen erfolgt.

Den Kompromissvorschlag der Bürgermeisterin, jeder Gruppe fünf Minuten Rederecht einzuräumen, lehnten CDU, SPD und FDP ab. Der Eklat war damit perfekt. Göckemeyer entschuldigte sich bei den Gästen: „Es tut mir leid, dass ich Sie hergebeten habe. Ich wollte dem Rat die Möglichkeit geben, noch offene Fragen zu klären.“ Gudrun Zentis, Faktionsvorsitzende der Grünen, fand deutlichere Worte: „Wie wir als Rat die Nideggener Bürger vertreten, ist beschämend.“

Grüne und Unabhängige verließen daraufhin die Sitzung. Markus Fischer begründete für die CDU das Nein zum Projekt so: „Die Technik ist nicht auf dem neuesten Stand, die Landschaftszerstörung enorm, die Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz gering und die Belastung für die Schmidter Bürger während der Bauphase enorm.“ Kraftwerk plus Stromtrasse seien deshalb abzulehnen, „da beides nicht mit den Belangen der Menschen, der Natur und der Umwelt zu vereinbaren ist.“ Dem folgten bei der Abstimmung SPD, FDP und Menschen für Nideggen. Nur Paul Josef Dohmen (MfN) und die Bürgermeisterin enthielten sich.

„Was soll ich dazu sagen? Ich finde es bedauerlich, dass man keine Sachdiskussion mehr wollte“, reagierte nach der Sitzung Christoph Schöpfer von Trianel. Das sah auch Werner Löhrer so – nur mit dem Unterschied, dass er als Gegner des Projektes mit dem Beschluss leben kann.

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