Nideggen - Nideggen: Retten, was noch zu retten ist

Nideggen: Retten, was noch zu retten ist

Von: Burkhard Giesen
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Nideggen. Seit zwei Jahren bemüht man sich bei der Stadt Nideggen, die Entwicklungsgesellschaft der Stadt aufzulösen. Dass es so lange gedauert hat, könnte eine simple Ursache haben.

Das einstige Vermögen der Gesellschaft, 25.000 Euro, tendiert inzwischen gen Null - ohne, dass die Gesellschaft überhaupt jemals aktiv geworden wäre.

Im Jahr 1999 war die Entwicklungsgesellschaft der Stadt zusammen mit der Sparkasse Düren, der damaligen Volksbank Nideggen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (GWS) gegründet worden. Bis heute hält die Stadt 52 Prozent der Anteile.

Aktivitäten entwickelte die Gesellschaft allerdings nie. So wurde zum Beispiel das Projekt Dienstleistungszentrum lieber direkt der GWS übergeben, statt es selbst voran zu treiben. Dass dennoch nahezu das gesamte Vermögen der Gesellschaft aufgebraucht wurde, wurde erst jetzt unter Nideggens neuer Bürgermeisterin Margit Göckemeyer bekannt, die die längst beschlossene Abwicklung umsetzen wollte.

So fehlten für einen längeren Zeitraum die Jahresabschlüsse, notwendige Steuerklärungen waren offenbar ab dem Jahr 2004 vom Geschäftsführer nicht mehr erledigt worden. Das Ergebnis: Obwohl die Gesellschaft keinerlei Gewinn erzielte, forderte das Finanzamt Steuern ein - und schätzte sie offenbar, mangels Steuerklärungen und nicht erfolgter Rückmeldungen nach Mahnungen und Einspruchsfristen.

Auf unter 5000 Euro soll sich das Vermögen inzwischen belaufen - damit wären rund 20.000 Euro beim Finanzamt gelandet. Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer steht vor einem Rätsel, sie versprach am Montag Aufklärung: „Ich will das Thema sauber vom Tisch bekommen.”

In Gesprächen mit dem Finanzamt will man nun offenbar klären, was in der Vergangenheit vom Geschäftsfüher der Gesellschaft versäumt wurde: darzulegen, dass man ohne Gewinn auch keine Steuern zahlen muss, um so vielleicht noch zu retten, was zu retten ist.

Darum bemüht sich nach Informationen der „DN” derzeit der Geschäftsführer und die Sparkasse Düren als Gesellschafter. Auch die Mitgesellschafter hatten sich über Jahre hinweg offensichtlich nur begrenzt für die finanzielle Situation der Entwicklungsgesellschaft interessiert. Und die Mitglieder des Aufsichtsrates werden sich in der nächsten Ratssitzung unbequeme Fragen stellen müssen.
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