Neues Löschgruppenfahrzeug: Erst gepokert, dann gewonnen

Von: mv
Letzte Aktualisierung:
ziegler
Der Rat in Hürtgenwald kommt unverschuldet in Schwierigkeiten und handelt klug.

Hürtgenwald. Bei der Auslieferung des Feuerwehrfahrzeugs „LF 20/16” ist Bürgermeister Axel Buch im Rathaus von Keinhau wahrscheinlich ein Stein vom Herzen gefallen.

Nicht so sehr, weil jetzt in der Gemeinde Hürtgenwald der Brandschutz noch viel besser funktioniert als zuvor. Sondern weil es bei der Finanzierung des neuen Fahrzeugs „Komplikationen” gab. Kaum hatten nämlich die Hürtgenwalder das Löschgruppenfahrzeug bestellt und auch mit 53.152,77 Euro angezahlt, da musste die zuständige Firma Insolvenz anmelden. Was nun?

Im Rathaus war man damals, also im Sommer vorigen Jahres, unsicher, ob man jemals etwas von dem angezahlten Geld wiedersehen würde. Die Summe beträgt genau ein Viertel des Fahrzeug-Gesamtpreises. Sie ist für eine Gemeinde, die wegen vieler Schulden schon mal an die Schließung einer Grundschule denken muss, kein Pappenstiel. Damals trat auch noch die insolvente Firma an die Gemeinde heran und machte das Angebot: Gebt uns die komplette Summe, dann können wir weiterarbeiten und liefern euch das Fahrzeug im vereinbarten Zustand ab.

Die Entscheidung war schwer und wurde im Rat in nichtöffentlicher Sitzung hin und her erwogen: Soll man das angezahlte Geld als Verlust verbuchen oder sollte man noch Geld hintergeben, und dann hoffen, dass alles gut geht? Es ging um 230.000 Euro, der Gemeinderat entschied, nachdem man sich über die Finanzlage der Firma informiert hatte, weiteres Geld zu überweisen. Eine gute Entscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellte. Denn das hochmoderne Feuerwehrauto steht jetzt in Vossenack. Es wurde geprüft und für perfekt befunden. Innen befindet sich übrigens eine Mannschaftskabine.

Darin können die Feuerwehrleute schon während der Fahrt die komplette Ausrüstung mit Atemschutz anlegen und sind schneller einsatzbereit. Für die Ausleuchtung der Einsatzstellen wurde ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast mit sechs Scheinwerfern in das Fahrzeug integriert. Basis des 16 Tonnen schweren „LF 20/16” bildet ein Fahrgestell von Mercedes-Benz. Die Löschmittel befinden sich in einem 3000 Liter fassenden Wasserbehälter.

Die Feuerwehrleute in Vossenack (Bild) können sich freuen. Aber die Firma ist immer noch im Insolvenzverfahren. Sie kam in finanzielle Schwierigkeiten, als sie wegen Kartellbildung eine Strafe von acht Millionen Euro zahlen musste.
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