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Neues Containerterminal soll an den Dürener Vorbahnhof

Von: Jörg Abels
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Am Vorbahnhof in Düren soll das Güterverkehrszentrum gebaut werden. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Die Rurtalbahn hat die Weichen für das geplante Güterverkehrszentrum in Richtung Vorbahnhof Düren gestellt. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Landrat Wolfgang Spelthahn am Mittwoch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender.

Damit ist der von Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser angeregte Standort für das 50-Millionen-Euro-Projekt im Gewerbegebiet Rurbenden in Huchem-Stammeln vom Tisch.

Rurtalbahn, Wirtschaftsförderung und Kreisverwaltung hätten die Vor- und Nachteile beider Areale in den vergangenen Monaten analysiert, erklärte Spelthahn. Die Erschließungskosten, die am Vorbahnhof rund sieben Millionen Euro niedriger ausfallen, gaben am Ende den Ausschlag. Während der Vorbahnhof direkt an der strategisch wichtigen Hauptstrecke Aachen-Köln liegt, hätte das Gebiet in Huchem-Stammeln erst noch über ein 2,7 Kilometer langes Gleisstück angeschlossen werden müssen, erklärte Spelthahn.

Weil die vorhandenen Terminals in der Umgebung längst ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben und dies mittlerweile auch andere Städte entlang der Rheinschiene erkannt haben, will Landrat Spelthahn nun keine Zeit mehr verlieren und drückt aufs Tempo.

Konkurrenz schläft nicht

Um im Wettbewerb um Fördermittel für die Infrastruktur nicht ins Hintertreffen zu gelangen, soll jetzt umgehend mit der Detailplanung begonnen werden. Nächster großer Schritt sei der Grunderwerb. Allein für das Basisterminal, an dem jährlich rund 40 000 der 40 Fuß langen Seecontainer umgeschlagen werden können, werden rund 120 Hektar benötigt. Im Endausbau sollen es im Güterverkehrszentrum Düren einmal 150 000 Container sein. Parallel gilt es, im Benehmen mit der Stadt Düren das Planungsrecht zu schaffen.

Spelthahn spricht von einer großen Chance für die Region und wirbt intensiv um Unterstützung. Zwar würden im Kernbereich des Terminals auf Seiten der Rurtalbahn „nur” rund 40 bis 60 Arbeitsplätze entstehen, Studien aber belegten, dass im Umfeld ein Potenzial von rund 1700 Arbeitsplätzen nicht unrealistisch ist, wenn Logistiker und Speditionen vom neuen Güterumschlagzentrum profitieren wollen.

Finanziert werden soll das Millionenprojekt über ein Konsortium, an dem sich neben der Rurtalbahn die Seehäfen Antwerpen und Rotterdam sowie international tätige Logistikunternehmen beteiligen. Bis nach Südafrika sei die Kunde vom Dürener Projekt bereits vorgedrungen, berichtet Spelthahn von großem Interesse potenzieller Investoren.

Und bei allen Überlegungen hat der Landrat natürlich auch das für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region Düren-Aachen so wichtige „Dritte Gleis” weiter fest im Blick. „Wenn internationale Unternehmen in Düren Millionen investieren, tut sich sicher auch der Bund leichter, die Mittel für das zusätzliche Gleis bereitzustellen”, ist er überzeugt.

Und was sagt der „Unterlegene”? Obwohl planungsrechtliche Vorteile klar auf Seiten der Gemeinde Niederzier gelegen hätten, kann Hermann Heuser die Entscheidung pro Düren angesichts der geringeren Kosten nachvollziehen. Und er schlägt die Tür nicht endgültig zu: „Sollte das Projekt in Düren noch am Grunderwerb scheitern, stehen wir weiter als Alternative zur Verfügung.”
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