Neuer Plan: B56 soll bis Jülich vierspurig werden

Von: bugi
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Auf den Lärmschutz hat man in Huchem-Stammeln lange warten müssen. Jetzt wird er ausgebaut. Ob ein vierspuriger Ausbau der B 56 bis Jülich Sinn macht, bleibt hingegen offen.\ Foto: Burkhard Giesen

Düren. Wer von Jülich nach Düren oder umgekehrt von Düren nach Jülich fährt, der nutzt in der Regel die Bundesstraße 56. Das funktioniert auch recht reibungslos. Von Jülich bis Huchem-Stammeln stehen für den Autoverkehr zwei Spuren zur Verfügung, ab Huchem-Stammeln bis Düren dann vier Spuren. Das könnte sich ändern, wenn ein Plan Gestalt annimmt, der den vierspurigen Ausbau der Strecke bis Jülich vorsieht.

Das steht zumindest in der Vorschlagsliste der NRW-Landesregierung für den neuen Bundesverkehrswegeplan. „Die Maßnahme hat der Regionalrat bei der Bezirksregierung Köln vorgeschlagen. Der Bedarf wurde noch nicht festgestellt, sondern wird erst im Zuge der Bewertungen zur Erstellung des Bundesverkehrswegeplans 2015 geprüft“, so Bernhard Meier, Sprecher beim Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr.

„Mir ist das nicht klar. Das war auch nicht Gegenstand unserer Meldung ans Ministerium“, sagt hingegen Hans-Willi Dohmen von der CDU. Dohmen müsste es eigentlich wissen, denn er sitzt im Regionalrat.

Braucht man tatsächlich einen vierspurigen Ausbau der B 56 bis Jülich? In Huchem-Stammeln könnte es an einer Stelle Sinn machen: Da, wo sich die vier auf zwei Spuren im Reißverschlussverfahren verjüngen, ist täglich ein Kampf angesagt, um noch schnell auf die Geradeausspur zu kommen, oft nur, um anschließend 200 Meter weiter links Richtung Merken abzubiegen. Aber spätestens in Höhe Schoeller Industrielogistik dürfte es schwer werden, die Straße auf vier Spuren zu erweitern.

Das gilt auch für die Ortsdurchfahrt in Selhausen. „Ich war schon etwas überrascht, als ich die Maßnahme in der Vorschlagsliste gesehen habe“, reagierte auch der Niederzierer Bürgermeister Hermann Heuser. Den Bedarf kann Heuser einerseits erkennen: „Natürlich könnte es Sinn machen, die Strecke durchgängig auf vier Spuren auszubauen. Der Verkehr nimmt stetig zu, immerhin wird die Strecke schon jetzt täglich von 16.000 Fahrzeugen genutzt.“

Andererseits sieht Häuser aber auch die Probleme: Zum Beispiel den Lärm. „Wir haben schon in der Vergangenheit immer Lärmschutz gefordert“, so Häuser. Der wird jetzt gerade in Huchem-Stammeln ausgebaut. „Die Bebauung in Selhausen setzt dem Ausbau natürliche Grenzen.“ Deswegen stuft Heuser den Plan „ohnehin nicht als realistisch“ ein.

Auch Gudrun Zentis (Grüne) und Peter Koschorreck (SPD) sind ob der Maßnahme erstmal ratlos. Allerdings: „Alle neuen Maßnahmen, die das Land hier aufgelistet hat, müssen jetzt erst mal vom Bund unter dem Gesichtspunkt Kosten und Nutzen bewertet werden. Erst danach wird das Land verbindliche Anmeldungen vornehmen“, betont Koschorreck. Da könnte dann der vierspurige Ausbau der B56 auch schnell wieder von der Liste verschwinden.

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