Neuer DORV-Laden: Es geht nicht nur um Lebensmittel

Von: Sandra Kinkel
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Am Eröffnungstag brummte der
Am Eröffnungstag brummte der neue Laden im Dürener Grüngürtel. Und die Mitarbeiter von „In Via” hatten alle Hände voll zu tun. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Um neun Uhr war der Laden schon voll. Viele Männer und Frauen aus dem Dürener Grüngürtel waren zu Eröffnung des neuen DORV-Ladens gekommen - und total begeistert. Marianne Becker, 78, bringt es auf den Punkt: „Es ist wunderbar, dass man jetzt im Grüngürtel wieder einkaufen kann.”

Da, wo früher der kleine Supermarkt direkt gegenüber der Kirche St. Antonius war, ist jetzt ein DORV-Laden, Träger ist der Verein „In Via”. Acht Männer und Frauen arbeiten in dem neuen Geschäft, die Hälfte von ihnen ist schwer-behindert. „Das ist ein auch ein integratives Projekt”, sagt „InVia”-Geschäftsführer Norbert Schoeller.

Bevor das Geschäft im Grüngürtel eröffnet wurde, hat es umfangreiche Bedarfsanalysen gegeben, ob sich so ein Laden überhaupt rentiert. Rund 4000 Menschen gehören zum direkten Einzugsgebietes des DORV-Ladens, das Geschäft muss im Jahr um die 600.000 bis 800.000 Euro Umsatz machen, damit es sich trägt.

Heinz Frey von der DORV-Zentrum GmbH und Norbert Schoeller halten das für möglich, auch wenn natürlich zunächst die Investitionen, die mehrere zehntausend Euro gekostet haben, erwirtschaftet werden müssen. Im DORV-Laden gibt es alles, was es in einem Supermarkt zu geben hat.

Frisches Fleisch und Wurst wird von einem Dürener Metzger geliefert, das Brot kommt von einer Bäckerei aus dem Grüngürtel. „Wir wollen”, sagt Heinz Frey, „bestehenden Geschäften keine Konkurrenz machen, sondern ein zusätzliches Angebot schaffen. „

Nahversorgung ist bei dem DORV-Konzept in weiterem Umfang zu sehen. „Es geht nicht nur um die Versorgung mit Lebensmitteln”, sagt Heinz Frey. Und genau deswegen hat das neue Geschäft im Grüngürtel auch ein kleines Café, in dem die Menschen aus dem Viertel sich treffen können. Norbert Schoeller: „Und es wird hier auch ein breites Beratungsangebot geben.”

Der Bezirksbeamte der Polizei wird im neuen DORV-Laden seine Sprechstunden abhalten, es gibt erste Gespräche mit der Caritas-Pflegeberatung, deren Mitarbeiter auch hier präsent sein sollen. „Und dann”, so Norbert Schoeller, „wird es natürlich auch das Angebot von In Via hier geben, also unsere Umzugshilfe, die Gartenpflegearbeiten und auch die Beratungen für Menschen in Wohnungsnot.”

Den Kunden, die am Eröffnungstag gekommen waren, ist das erst einmal egal, Sie wollten in erster Linie einkaufen. „Der Laden ist gut”, sagt Heinz Peters. „Vor allem sehr übersichtlich und nicht so voll wie früher. Das wird gut ankommen bei den Leuten im Grüngürtel. Wir haben lange darauf gewartet, endlich in unserem Stadtteil wieder einkaufen zu können.”

Der DORV-Laden hat täglich zehn Stunden geöffnet

Der neue DORV-Laden im Dürener Grüngürtel ist von montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr, samstags von 7 bis 14 Uhr sowie sonntags von 7 bis 11 Uhr geöffnet.

Die Abkürzung DORV steht für „Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung”. Der erste DORV-Laden ist vor sieben Jahren in Jülich-Barmen eröffnet worden. Mittlerweile gibt es insgesamt sechs DORV-Läden im Kreis Düren, der Städteregion Aachen und sogar in Oberösterreich.

Die Geschäfte werden entweder von einer Bürgervereinigung, privaten Kaufleuten oder einem Verein wie „In Via” geführt und kommen ohne staatliche Förderung aus.

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