Neue Nutzung für ein Dürener Wahrzeichen

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Die Vertreter von Low-tec, Evangelischer Gemeinde und IG Metall wollen zur Sanierung des Turmes an der Monschauer Straße mit großen Transparenten Anregungen zum Nachdenken geben. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Als die Zeiten wirtschaftlich noch rosiger waren, traf sich die Geschäftsführung von Zimmermann und Jansen mittags hoch oben im Turm. Im Casino wurde bei bestem Blick weit über die Stadt gespeist. Die Zeiten sind vorbei. Das Gelände an der Monschauer Straße verkam zur Industriebrache, bis Low-tec, die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft der Evangelischen Gemeinde Düren, das Gelände Ende 2007 erworben hat.

Der Turm, eines von vielen Dürener Wahrzeichen, wird nun mit Mitteln des Denkmalschutzes saniert - und mit erheblichen Eigenmitteln. Rund 170.000 Euro werden investiert, um Turm samt anliegende Halle - die ehemalige Mensa - innerhalb von drei bis vier Monaten wieder nutzbar zu machen. So soll die Aula dann zwischen 350 und 400 Besuchern Platz bieten - ideal zum Beispiel als neue Heimat für die Skunksitzung, deren Akteure zuletzt immer auf Ausweichquartiere zurückgreifen mussten.

Schon jetzt nutzt Low-tec selbst Räume für den Second-Hand-Shop für Kinderkleidung. Langfristig ist eine gewerbliche Nutzung der sanierten Räume vorgesehen. Im Turm war zuletzt ein Architekturbüro untergebracht, denkbar wäre aber auch eine gastronomische Nutzung.

Für die Aula ist der Antrag, sie künftig als Versammlungsstätte zu nutzen, bereits gestellt, wie Low-tec-Geschäftsführer Jupp Macherey erklärt. Die Sanierung führt Low-tec selbst aus. Die Qualifizierungsgesellschaft, die Mitte der 90er Jahre mit kleinen Projekten begonnen hat, verfügt inzwischen über mehr als 100 Stammarbeitsplätze, vom Meister über Fachpersonal bis zu Auszubildenden. Macherey: „Gerade den Auszubildenden macht es Spaß, an einen konkreten Projekt zu arbeiten.”

Dabei ist das Projekt mit der Sanierung von Turm und Mensa bei weitem noch nicht abgeschlossen. Das gesamte Areal ist über 20.000 Quadratmeter groß und verfügt über mehrere Lagerhallen. Dieser Bereich soll nach Vorstellungen von Low-tec zum „Energieboulevard” ausgebaut werden - im Idealfall mit Förderung der Landesregierung.

Erste Gespräche mit dem neuen NRW-Umweltschutzminister Johannes Remmel hat es gegeben. Vorstellen kann man sich das ähnlich wie bei der Automeile: Handwerksbetriebe, die mit alternativen Energiekonzepten auf den Markt gehen, könnten hier gebündelt untergebracht werden.

Das ist noch Zukunftsmusik. Nahe liegender ist die Aktion, die mit der Sanierung des Turms einhergeht. Auf großen Transparenten der Evangelischen Gemeinde, von Low-Tec selbst und der IG Metall, befestigt am Turmgerüst, will man zum Nachdenken anregen. „Kurswechsel für ein gutes Leben” ist da von der IG Metall zu lesen. 1. Bevollmächtigter Paul Zimmermann: „Grundlegende Probleme unserer Gesellschaft werden nach der Krise eher verschärft. So setzt man sich beispielsweise für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit ein.

Die Evangelische Gemeinde hat eine eher sperrige Aussage plakatiert: „Ausdrücklich und unmissverständlich bekennen wir also, dass die Gemeinde nicht schweigend zusehen darf, wenn Menschen unterdrückt, ausgebeutet oder verdummt werden.” Ein Satz, der aus der Dürener Theologischen Erklärung von 1969 stammt und nach Ansicht von Dieter Schmitten, Pfarrer im Ruhestand, nichts an seiner Aktualität verloren hat.

Schmitten: „Der Steuerzahler muss auch heute noch dafür gerade stehen, was eine herrschende Schicht versaubeutelt hat.” Pfarrer Dirk Siedler sagt es mit milder „Wir wollen die Menschen zum Nachdenken bringen. Die Orientierung am Wachstum ist ein Irrweg. Wir brauchen andere Vorstellungen, was gutes Wirtschaften ist.”
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