Merzenich - Neue Fraktion im Merzenicher Gemeinderat

Neue Fraktion im Merzenicher Gemeinderat

Von: Dietmar Engels
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Die Ratsmitglieder Gabriele Merk-Breuer, Ferdinand Ollesch und Ingeborg Johnen-Geuenich (von links) haben die CDU verlassen und firmieren jetzt als „Bürger für Merzenich”. Foto: Dietmar Engels

Merzenich. Die Parteienlandschaft in der Gemeinde Merzenich wird „bunter”: Drei amtierende CDU-Ratsmitglieder haben der Partei aus Protest dagegen den Rücken gekehrt, dass sie nicht wieder für ein Ratsmandat nominiert worden sind. Als „Bürger für Merzenich” wollen sie dennoch versuchen, wieder in den Gemeinderat zu kommen.

Ingeborg Johnen-Geuenich, Gabriele Merk-Breuer und Ferdinand Ollesch waren - wie seinerzeit berichtet - auf der entscheidenden Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbandes „durchgefallen”, obwohl sie sowohl vom Ortsverband Merzenich als auch vom Gemeindeverbandsvorstand einstimmig erneut als Kandidaten vogreschlagen worden waren. Sie unterlagen jeweils Gegenkandidaten, die erst in der Wahlversammlung auftraten.

„Verdächtig gut besucht”

„Da hat offensichtlich jemand was dran gedreht”, sagt Ingeborg Johnen-Geuenich, die der CDU 28 Jahre lang angehörte und seit zehn Jahren Ratsmitglied ist. Die besagte Versammlung sei „verdächtig gut besucht” gewesen. Ausgerechnet der Merzenicher Ortsverbandsvorsitzende, Bernd Ohlemeyer, habe einen Neuling - Dirk Becker - als Gegenkandidaten für ihren Wahlkreis vorgeschlagen.

Prompt habe sie die Wahl verloren, berichtet Johnen-Geunich. „Ich vermute, das hatte damit zu tun, dass ich es gewagt habe, bei der Nominierung des Kreistagskandidaten gegen Herrn Ohlemeyer anzutreten”, so die langjährige Christdemokratin, die in der Mitgliederversammlung gegen Ohlemeyer den Kürzeren zog. Gabriele Merk-Breuer, seit zehn Jahren im Gemeinderat, und Ferdinand Ollesch, seit fünf Jahren Ratsherr, beklagen, dass bei den Kampfkandidaturen Neulinge zum Zuge gekommen sind, „die man vorher nicht gesehen hat” (so Ollesch). „Erfahrung und engagierte Arbeit zählen in der Merzenicher CDU wohl nicht mehr”, meint Gabriele Merk-Breuer.

„Demokratischer Vorgang”

Der angegriffene Ortsverbandvorsitzende weist die Vorwürfe zurück: „Es ist ein ganz normaler demokratischer Vorgang, wenn aus einer Mitgliederversammlung heraus Ergänzungs- oder Änderungsvorschläge zu einer Vorschlagsliste gemacht werden. Und es ist ein wesentliches Merkmal der Demokratie, dass Unterlegene Mehrheitsentscheidungen akzeptieren”, so Ohlemeyer.

Der Ortsverbandsvorsitzende weiter: „Ich bedauere es sehr, dass die drei Personen die CDU verlassen haben und jetzt eine eigene Partei aufmachen wollen. Aber das ist natürlich auch ein demokratisches Recht.”

Die „Bürger für Merzenich” wollen nach Angaben des früheren CDU-Trios in allen 13 Wahlkreisen der Gemeinde Merzenich antreten. Die Vorbereitungen dafür seien in vollem Gange, erklärten sie nach der Ratssitzung am Donnerstag.

„Die Mehrheit entscheidet”

Bürgermeister Peter Harzheim, der wieder als Bürgermeisterkandidat der CDU antritt: „Ich finde es bedauerlich, dass die drei verdienten Kommunalpolitiker nicht wieder aufgestellt wurden. Aber so ist das halt in einer demokratisch organisierten Partei: Die Mehrheit entscheidet”.
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