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Neue Fairplay-Regel: Erste Erfolge sind messbar

Von: jan
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Szenen wie diese sollen mit den freundschaftlichen Gesten verhindert werden. 2005 sorgte die Gäste aus Sötenich für Tumulte auf dem Niederauer Fußballplatz. Foto: Guido Jansen

Kreis Düren. Der Gedanke, der dahinter steckt, ist klar: Fairplay soll im Vordergrund stehen. Deswegen begegnen sich die Fußball-Mannschaften im Kreis Düren seit dieser Saison vor dem Spiel mit freundschaftlichen Gesten. Der Fußball-Verband Mittelrhein hat das Prozedere im vergangenen Jahr zur Pflicht erhoben. Die Aktion ist nicht unumstritten.

„Das finde ich nicht gut. Wenn im Spiel richtig Feuer drin war, dann könnte es direkt danach noch mal zu Provokationen kommen”, merkt Dirk Krischer, Trainer beim Bezirksligisten Sportfreunde Düren an. „Glücklicherweise verzichten die meisten Schiedsrichter auf das Treffen nach dem Spiel.” Krischer hält es für vernünftiger, wenn Gegner und Schiedsrichter nach einer hitzigen Partie erst aufeinander zugehen, wenn die Gemüter abgekühlt sind. Das freundschaftliche Aufeinander-zu-Gehen vor der Partie hält er, wie die meisten Trainer-Kollegen, für „eine gute Idee”.

Die Möglichkeit, das Händeschütteln nach dem Schlusspfiff ausfallen zu lassen, gibt es. Die Gesten sind zwar vorgeschrieben, aber sie werden nicht nachgehalten. „In dieser Saison wird kein Ordnungsgeld fällig, wenn die Vorschrift nicht eingehalten wird”, erklärt Bernd Jungherz, der Vorsitzende des Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses. Ein Fazit können die Verantwortlichen des Fußballkreises nach eigener Aussage noch nicht ziehen. „Wir haben da noch keinen Überblick”, so der Vorsitzende Manfred Schultze.

Schlägereien oder gar Polizeieinsätze bei Fußballspielen, die in der Vergangenheit immer mal wieder für Schlagzeilen gesorgt hatten, sind zuletzt selten vorgekommen, erklärt Horst Bruns, der Vorsitzende des Kreis-Spielausschusses. Konkrete Zahlen liegen aber nicht nicht vor. Bruns und Schultze verweisen auf Erfahrungen, die die Schiedsrichter gesammelt haben.

Ein Teilerfolg ist errungen

Einen Teilerfolg hat die neue Vorschrift offenbar errungen. „Das Thema wird positiv aufgenommen”, spricht Jungherz vom Ritual vor dem Anpfiff. Sein Kollege Peter Kieven, der in Dürens Kreisligen Spiele leitet: „Ich merke schon, dass die Spiele in den ersten 15 Minuten etwas fairer verlaufen. Das ist ein kleiner Fortschritt”, so der Mann, der für Viktoria Ellen pfeift. Je weiter eine Partie voranschreite, desto hektischer werde sie. „Irgendwann herrschen Kampf und Krampf dann doch vor”, berichtet Kieven.

„Das ist jetzt jetzt Vorschrift. Deswegen machen wir das”, sagt Michael Servos, Trainer des Fußball-Landesligisten FC Niederau. Viele Aktive sehen die Fairplay-Maßnahme eher kritisch. Vor allem das Zusammenkommen nach dem Spiel.

Dass die Mannschaften, aber auch seine Schiedsrichter-Kollegen, das Treffen nach dem Spiel gerne ausfallen lassen, ist Bernd Jungherz bekannt. Jungherz und Kieven sind einer Meinung. Vor dem Spiel mache die freundschaftliche Geste Sinn. Nach dem Spiel allerdings bestehe die Gefahr, dass sie ins Gegenteil umschlägt.

Deswegen sprach sich Kieven dafür aus, das Zusammenkommen unmittelbar nach dem Abpfiff nicht zur Pflicht zu erheben. Das sieht auch Trainer Servos so: „Emotionen gehören zum Fußball dazu. Aber so lange man sich mit etwas Abstand nach dem Spiel die Hand geben kann, ist doch alles in Ordnung.”

Schiedsrichter fordert zum fairen Spiel auf

Die Vorschrift im Wortlaut: „Vor dem Betreten des Feldes begrüßt der Heimverein den Gast und den Schiedsrichter. Der Schiedsrichter stellt sich den Vereinsvertretern vor. Ab Betreten des Feldes laufen die Mannschaften und der Schiedsrichter gemeinsam zur Spielfeldmitte ein. Dort begrüßt der Schiedsrichter die Mannschaften und fordert zum fairen Spiel auf. Die Mannschaften begrüßen sich und den Schiedsrichter mit Handschlag/Abklatschen und laufen danach in ihre Spielhälfte. Nach dem Spiel treffen sich die Mannschaften und der Schiedsrichter nochmals am Mittelkreis und werden durch den Schiedsrichter verabschiedet.”

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