Düren - Nachdenkliche Töne bei der Jubilarehrung

Nachdenkliche Töne bei der Jubilarehrung

Von: kte
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30 von 100 langjährigen Mitglieder waren bei der Jubilarsfeier der Ortsgruppe Düren der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie anwesend. Foto: Kevin Teichmann

Düren. Für langjährige Mitgliedschaft in der Ortsgruppe Düren der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie wurden am Sonntag Jubilare geehrt.

Mit Hasan Cansiz, Dietmar Gemünd, Elisabeth Hornig, Bjoern Jompertz, Stefan Kosslar, Bruno Pick, Arno Rösch, Michael Viethen, Andreas Wartig und Anja Wirtz (alle 25-jährige Mitgliedschaft), Mustafa Ascioglu, Josef Corsten, Martin Eckert, Therese Fassbender, Wilhelm Katzenbauer, Ludwig Künster, Engelbert Latz, Herman Matzerath, Martin Pauli, Rolf Salentin und Cengiz Yüzgec (alle 40-jährige Mitgliedschaft), Ludwig Bichler, Hubert Courte, Christian Dohmen, Walter Eberhard, Günter Hartwig, Jakob Salentin und Josef Schäfer (alle 50-jährige Mitgliedschaft), sowie Winand Abels und Heinz Reichel (beide 60-jährige Mitgliedschaft) waren 30 von 100 Jubilaren anwesend.

„Immer eingesetzt“

Da im vergangenen Dezember mit dem 1. Vorsitzenden Josef Abels das Gewerkschaftergesicht Dürens verstorben war, leitete der 2. Vorsitzende Heinrich Wirtz durch die Veranstaltung: „Es ist wichtig Jubilare zu ehren, sie haben sich für die Arbeitnehmer immer eingesetzt. Gerade in Zeiten, in denen der Weg zurück zum Manchester-Kapitalismus tendiert, kann eine Gewerkschaft nur mit vielen Mitgliedern etwas erreichen.“

Ganz leicht hat es dabei keine Gewerkschaft: „Der Zusammenhalt bröckelt leider immer mehr, dabei informieren wir über wichtige politische Themen unter dem Motto: Was passiert überhaupt in unserem Land?“ Bürgermeister Paul Larue stellte fest, dass es in anderen Gewerkschaften schlechter bestellt sei: „So wie man sich hier politisch einbringt, das gibt es nicht überall. Das Engagement finde ich gut.“ Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan sah starke Gewerkschaften als „wichtiger denn je“ an: „An diesen Jubilaren muss man sich ein Beispiel nehmen. Man hätte nie gedacht, dass mit der Leih- und Zeitarbeit die Sklavenarbeit nochmal zurückkommt, aber gerade jetzt müssen die Gewerkschaften stark sein.“ Die Dürener Ortsgruppe der IG BCE ist die mitgliederstärkste Gruppe des Bezirks Alsdorf, der die Städteregion Aachen, den Kreis Heinsberg, den Kreis Düren sowie die Orte Kerpen und Bergheim umfasst.

„Nicht vom Himmel gefallen“

Kein Wunder also, dass Ernst Ungermann, Gewerkschaftssekretär des Bezirks, ebenfalls anwesend war und einige Worte fand: „Ich appelliere bei solchen Veranstaltungen immer an unsere älteren Mitglieder: Nehmt euch eure Kinder oder Enkelkinder beiseite und erzählt ihnen, was die Gewerkschaften geleistet haben. Junge Menschen wissen wenig über Arbeiterbewegungen. Urlaubsanspruch oder ähnliche Dinge sind aber eben nicht vom Himmel gefallen.“

Heinrich Wirtz stimmte zu und schloss – passend zu den Jubilaren, die auch noch nach dem Arbeitsleben in der Gewerkschaft blieben – mit einem Zitat von Bertolt Brecht: „Die Schwachen kämpfen nicht. Die Starken kämpfen vielleicht eine Stunde. Die, die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre. Aber die Stärksten kämpfen ein Leben lang – diese sind unentbehrlich!“

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