Nach Herzenslust hämmern und sägen auf dem Abenteuerspielplatz

Von: Dietmar Engels
Letzte Aktualisierung:
Ganz schön geschickt geht An
Ganz schön geschickt geht Anne (7) auf dem Abenteuerspielplatz mit Hammer, Nägeln und Zange um. Foto: Dietmar Engels

Düren. Autsch! Statt auf dem Eisennagel ist Annes Hammer auf einem Fingernagel gelandet. „Tuts weh?” Anne presst die Lippen zusammen und schüttelt wortlos den Kopf. Kinder, die auf dem Dürener Abenteuerspielplatz werkeln, kennen keinen Schmerz.

Große Mädchen schon mal gar nicht. Und Anne ist schon sieben Jahre alt! Sie legt aber jetzt eine Pause ein...

In den Osterferien ist auf dem Abenteuerspielplatz an der Heinrich-Dauer-Straße im Grüngürtel immer was los. Täglich rücken etwa 40 Mädchen und Jungen meist schon um 10 Uhr an und bleiben, bis sie zwischen 16 und 17 Uhr wieder abgeholt werden. „Manche wollen auch dann noch nicht gehen, weil sie mit ihrer Arbeit nicht fertig geworden sind”, sagt Sabine Wagner vom Spielpä-dagogischen Dienst der Stadt Düren.

Zusammen mit „Spielplatzchef” Max Porst, zwei Praktikantinnen und etlichen Ehrenamtlern kümmert sie sich um die Kinder, die auf dem Gelände hämmern, sägen, abschleifen, lackieren und basteln. Matsch gibt es in diesen Tagen noch nicht - dazu ist es einfach noch zu kalt.

Mit großem Eifer sind die Kinder bei der Sache - egal, was sie sich nun gerade vorgenommen haben. Die Größeren helfen den Kleineren, die Geschickten den weniger Geschickten. Bei der morgendlichen Anmeldung achten die Betreuerinnen und Betreuer darauf, dass die Kinder nur solche Werkzeuge bekommen, mit denen sie auch umgehen können.

Spielzeug sind die Sachen nämlich nicht, sondern richtige Hämmer, scharfe Sägen und zupackende Zangen. „Natürlich gibt es hin und wieder kleinere Blessuren”, berichtet Sabine Wagner. „Doch meistens ist es mit einem Pflaster oder ein paar tröstenden Worten getan”. Die Hauptamtlichen kennen sich in erster Hilfe aus und erklären auch den Kindern das kleine Einmaleins des Helfens.

Um Punkt 13 Uhr gibt es etwas zu essen. Die Speisen werden angeliefert - und in der Regel erledigt Sabine Wagner den Abwasch. Beim Abtrocknen helfen drei oder vier Kinder - freiwillig oder unter ganz sanftem Druck, damit es nicht immer die gleichen sind.

Ein Programm im engeren Sinn gibt es nicht, wohl aber täglich wechselnde betreute Angebote, damits niemandem langweilig wird. Gerne greift das Betreuerteam auch Anregungen der Kinder auf. Nach der einstündigen Mittagspause geht es munter weiter und so gegen 16 Uhr gibt es noch einmal etwas zur Stärkung und gegen den Durst.

Das neue Gemeinschaftshaus ist bald fertig. Die letzten Arbeiten gehen in den beiden Wochen nach den Osterferien über die Bühne. Dann ist der Abenteuerspielplatz geschlossen. Anfang Mai wird ganz groß die Wiedereröffnung gefeiert. Ab dann ist der Platz dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Anne ist übrigens nach der kurzen Pause wieder voll bei der Sache. Sie strahlt wieder und der Finger tut überhaupt nicht mehr weh. Anne hat noch eine Menge zu tun. Und wenn mal ein Nagel beim Einschlagen krumm wird, dann greift sie halt zur Kneifzange...
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert