Nach Grundsanierung völlig neues Klima in der Realschule

Von: (oha)
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Noch ist ein Bauzaun um die Schule gezogen, doch die Arbeiten sind fast beendet. Die Fassade grüßt farbenfroh. Foto: Ottmar Hansen

Düren. Die Generalsanierung der Realschule Bretzelnweg ist nach zwei Jahren Bautätigkeit fast abgeschlossen. Der Unterricht kann wieder normal laufen. Letztere größere Maßnahme ist die Errichtung eines Blockheizkraftwerks im Keller der Schule. Insgesamt wurden rund fünf Millionen Euro für die Erneuerung der Schule aufgebracht, mit 2,7 Millionen Euro hat das Land die Maßnahme bereits gefördert (ein Zuschussantrag über 530.000 Euro läuft noch).

Das dreigeschossige Gebäude samt einer Turnhalle war 1966 als Kreisrealschule II errichtet und 1971 um ein zweites Obergeschoss in Leichtbauweise ergänzt worden. Eine zweite Turnhalle kam 1988 hinzu. Die Schule verfügt insgesamt über eine Nutzfläche von rund 7400 Quadratmetern.

Das Schulgebäude befand sich zuletzt in einem derart maroden Zustand, dass es komplett saniert werden musste. Und das bei laufendem Unterrichtsbetrieb. „Das war eine Operation am offenen Herzen“, zog Bürgermeister Paul Larue gestern einen Vergleich zur Medizin. „Die Schule erstrahlt jetzt in neuem Glanz“, freute sich Helmut Harperscheidt vom Amt für Gebäudemanagement der Stadt über das Ergebnis der „Operation“.

Das Gebäude wurde nicht nur optisch durch einen frischen Farbanstrich „aufgepeppt“. Wände und Dächer entsprechen durch eine neue Isolierung dem heutigen Standard. Vor allem das vor Jahrzehnten aufgesetzte Stockwerk aus Stahlständern und Gipskartonplatten hatte eine Dämmung dringend nötig.

Schulleiter Walter Nobisrath: „Die Räume hatten zuvor bei den Schülern den Beinamen Pappklassen.“ Will heißen: Im Winter saßen die Schülerinnen und Schüler mit dicken Mänteln im Unterricht, weil es in den Räumen so frostig war. Diese Wände mussten komplett abgerissen und nach neuestem Standard wieder aufgebaut werden, die Fenster wurden ausgetauscht. „Jetzt herrscht ein völlig neues Klima in den Räumen“, so Harperscheidt.

Gleiches gilt für die Turnhallen, deren Wärmedämmung unter dem Dach zuvor völlig durchnässt war. Nicht zuletzt wurden auch mit giftigem PCB belastete Bauteile abgerissen und entsorgt. Ein neues Brandschutzsystem und eine zentrale Lüftungsanlage sorgen dafür, dass Schüler und Lehrer das Gebäude auch bei einem Feuer noch verlassen können, ohne an giftigen Dämpfen zu ersticken.

Zusätzliche Fluchtwege gehören dazu. Auch von innen sorgen bunte Farben an Decken und Wänden für eine freundliche Atmosphäre. Das erleichtert den Schülern der Realschule Nord vielleicht den Wechsel an den Bretzelnweg. Derzeit unterrichtet die Realschule 430 Schüler, mit den Zugängen aus Norddüren werden es rund 250 mehr sein (in den 90er Jahren wurden am Bretzelnweg mehr als 1000 Schüler unterrichtet).

Durch die Sanierungsmaßnahmen wird der Energiebedarf der Schule um mehr als die Hälfte gesenkt. Zuletzt benötigte man eine Million Kilowattstunden Strom im Jahr für die Heizung sowie 128.000 Kilowattstunden für elektrische Energie. Das Blockheizkraftwerk wird rund 100.000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen.

Den größten Teil wird die Schule selbst verbrauchen, der Rest wird ins Netz eingespeist. So spart die Stadt in der Schule jährlich 26000 Euro an Stromkosten. „Das Heizkraftwerk hat sich nach sieben bis acht Jahren amortisiert“, ist sich Harperscheidt sicher. Ganz zu schweigen von den Vorteilen für die Umwelt, da der CO2-Ausstoß drastisch sinkt.

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