Düren - Nach dem Unfall: Anwohner sammeln Unterschriften

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Nach dem Unfall: Anwohner sammeln Unterschriften

Von: Burkhard Giesen und Ottmar Hansen
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Hier ist am Freitag ein Siebenjähriger schwer verunglückt. Anwohner sagen, dass Tempo 30 abhelfen könne. Noch im letzten Jahr hatte die Stadt Messungen durchgeführt - mit eindeutigem Ergenis: Nur sieben von 1000 Autofahrern sind zu schnell unterwegs. Foto: Ottmar Hansen

Düren. Freitagnachmittag, 15.50 Uhr: Ein siebenjähriger Junge rennt plötzlich auf die Scharnhorststraße genau vor das Auto einer 29-jährigen Frau, wird auf die gegenüberliegende Straßenseite geschleudert und bleibt lebensgefährlich verletzt auf der Straße liegen.

Musste es so weit kommen? Anwohner sagen: Nein. Es hätte schon öfter die Forderung nach einer Tempo-30-Zone gegeben, genau in dem Bereich zwischen Grüngürtel und Brückenstraße, in dem der Unfall nun passiert ist. „An der gleichen Stelle ist vor fünf Jahren mein Sohn von einem Pkw angefahren worden”, berichtet Anwohnerin Sevgi Saglam. Der Sechsjährige habe sich damals den Oberschenkel gebrochen, so die Mutter. „Auch mein Sohn ist damals quer über die Straße geflogen”, erinnert sie sich. „Ich habe letzten Freitag das schwer verletzte Kind gesehen, es war einfach schrecklich!”

Die Anwohnerin kündigte am Montag eine Unterschriftensammlung an. „So kann es nicht weiter gehen. Hier wird viel zu schnell gefahren. Hier muss Tempo 30 eingeführt werden!”

Hätte eine Tempo-30-Zone den Unfall verhindern können? „Bei der Polizei hat es keine entsprechende Eingabe gegeben”, versichert Polizeisprecher Bernd Adamek. Die eigentlich Frage, ob dieser Unfall hätte verhindert werden können, kann natürlich auch Adamek nicht beantworten, zumal die Ermittlungen noch laufen, aber: „Es gibt keinen Hinweis auf eine Geschwindigkeitsüberschreitung.” Das müsse nun aber noch mit einem Gutachten genau geklärt werden.

Allerdings ist die Stadt bereits tätig gewesen. Seit dem Ausbau der Straße ist zum Beispiel die Fahrbahn schmaler. Auch die Bäume wurden neu gruppiert. „Das war vorher alles sehr unübersichtlich und ist nun deutlich besser geworden”, erläutert Heiner Wingels vom Dürener Tiefbauamt. Damit nicht genug. Nach Beschwerden über Raser, die über die Brückenstraße in das Gewerbegebiet Distelrather Straße wollten, hat die Stadt reagiert und dort Tempo 30 eingeführt.

Wingels: „Auch auf der Scharnhorststraße haben wir über mehrere Wochen in Höhe der Kirche Verkehrsmessungen durchgeführt.” Das Ergebnis bestätigt aus Sicht der Stadt die Beschwerden der Anwohner nicht. Heiner Wingels: Von 1000 gemessenen Fahrzeugen fuhren nur sieben schneller als die erlaubten 50 km/h. Im Schnitt wurden dort zwischen 40 und 45 km/h gefahren.” Ein Unfallhäufungspunkt sei also nicht zu erkennen gewesen.

Wingels versprach am Montag, den „Unfall genauestens zu analysieren”, um gegebenenfalls reagieren zu können. Reagieren würde auch die Dürener Kreisbahn, wenn es neue Erkenntnisse gibt. Sie hatte den Vorschlag einer Tempo-30-Zone in der Scharnhorststraße - die als eine der Haupterschließungsstraßen in diesem Bereich gilt - abgelehnt. Dipl.-Ing. Bernd Böhnke von der DKB: „Wenn es hier einen Unfallschwerpunkt geben sollte, sind wir selbstverständlich bereit, das in unsere Planung mit einzubeziehen.

Der Gesundheitszustand des Siebenjährigen ist nach Auskunft der Polizei unverändert. Er soll im Koma liegen.
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