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Nach dem Geschmack der Fans: Ina Müller in der Arena

Von: Anneliese Lauscher
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Ina Müller lieferte ihren Fans genau das, was sie von ihr erwarten. Foto: Anneliese Lauscher

Düren. Ina Müller machte am Samstag Station in der Kreis-Düren-Arena; Fans aus dem ganzen Kreis und aus der Aachener und Dürener Region füllten die Arena und genossen vor allem ihre Musik. Überraschung: Eine junge Frau mit wilder Mähne und Gitarre machte den Opener. Wallis Bird aus Irland zeigte eine mitreißende Ein-Frau-Show, sie spielt die Gitarre „verkehrt herum“, eine Rechtshändergitarre.

 Ein Bündel Energie und Musikalität mit gewaltiger Stimme. Bei ihren rhythmischen Liedern klatschte das Publikum gleich begeistert mit, auch ihre traurig-bitteren Balladen über die Liebe gefielen. Man wird hoffentlich in Zukunft noch mehr von ihr hören.

Dann kam Ina Müller mit ihrer Tourband. Im unspektakulären Outfit – Leopardenhose, schwarzer Pulli, Pferdeschwanz – legte sie gleich los mit „Paparazzia“. In dem Lied ist die Rede davon, dass sie unbedingt abgelichtet werden will in der so genannten Regenbogenpresse – wahrscheinlich ironisch gemeint.

Gleich ging sie ins Publikum und fragte einige Fans, wo sie denn herkommen, ob sie verheiratet sind und wie lange. Für über 20 Jahre gab’s Applaus. Die Aussprache von „Düren“ musste die Norddeutsche noch klären: Dort würde man „Düen“ sagen.

Einige Verständigungsschwierigkeiten gab es bei den Liedern, die sie auf Plattdeutsch sang, denn dieses norddeutsche Platt verstehen die wenigsten Dürener. Deshalb erklärte Ina Müller auch, dass man in ihrer Heimat nicht so ohne weiteres mit Begriffen wie „Pin“ oder „Code“ um sich werfen soll, ein Mann, der seinen „Pin vergessen hat“, würde sehr schief angesehen.

So über vierzig hat frau ja ihre kleinen Probleme. Männer nicht, die lassen sich scheiden, wenn ihre Frau zu dick wird. Und Ina fantasiert über schöne junge Männer, die gut riechen und weiche Haut haben. Darüber hat sie auch ein schwärmerisches Lied geschrieben: Mit Mitte 20.

Nicht alle ihre Anspielungen und Witze sind druckreif, sie zielen recht tief unter die Gürtellinie, aber offensichtlich hatte das Publikum Freude daran. Es geht um die Schwierigkeiten einer Beziehung, um Gefühle, um Sex. Ihre Lieder spiegeln Erlebtes wider, da wäre beispielsweise ein Verflossener, der nicht mal zweieinhalb Zeilen füllt.

Oder eine abgenutzte Beziehung, der Kick ist vorbei, das beschreibt sie in „Fremdgehen“, einem traurig-schönen Liebeslied; hier kommt auch ihre ein wenig rauchige Stimme zur Geltung. Es gab viel Applaus für den Vortrag, der unter die Haut ging.

Auch „Ich ziehe aus“ ist ein Lied über die Abgenutztheit der Liebe, über die Angst vor Gewohnheit und Langeweile, darin heißt es: „Ich gehe, bevor wir Vaddi und Muddi zueinander sagen.“

Großartig sind die Solisten ihrer Band, Kai Fischer am Keybord und die Gitarristen Andreas Dopp und Hardy Kayser. „Brittpop“ und „Podkarsten“ waren rhythmische Stücke, bei denen Ina Müller temperamentvoll über die Bühne wirbelte, sehr zur Freude ihrer begeisterten Fans.

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