Nach Dauereinsatz im Hochwassergebiet zurück in Düren

Von: smb/mv
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Haben in Magdeburg gut Arbeit geleistet: Die Lebensretter mit Gruppenführer Günter Wrobel (hinten, Mitte) aus Vettweiß. Foto: Margret Vallot

Düren. Letzten Samstag um 14.30 Uhr erreichte sie der Anruf – ohne die sonst übliche Vorwarnung. Schon um 19.15 Uhr saßen die Helfer der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Bus. Es ging Richtung Magdeburg. Am Donnerstag hieß es dort „Betten zusammenräumen“. Es war ihr letzter Einsatz, bevor sie sich wieder auf den Weg nach Düren und Aachen machten. Was sie zwischenzeitlich erlebt haben, das werden sie wohl so schnell nicht mehr vergessen.

Einen Schlafanzug und einen Schlafsack habe sie unter anderem mitgenommen, berichtete eine junge Frau. Den Schlafanzug habe sie nicht gebraucht, „wir haben in unseren Klamotten geschlafen, wir mussten jederzeit einsatzbereit sein“. Die Erzählungen beeindruckten am Donnerstag im Vereinsheim des DLRG Bezirk Kreis Düren in der Rurstraße auch den stellvertretenden Bürgermeister Rainer Guthausen. Er hatte sich mit Präsenten eigens dorthin begeben und konnte am Ende nur sagen: „Gut, dass ihr wieder da seid.“

In Magdeburg haben die Dürener unter anderem geholfen, das Umspannwerk Nord zu sichern und schließlich zu retten. Sie schichteten Sandsäcke auf, evakuierten Personen mit einem Spezialboot und mussten Treibgut aus dem Wasser der Elbe fischen. Von einem aus Düren mitgebrachten Boot aus musste ein 25 Meter langer Baumstamm, der sich vor eine Brücke gelegt hatte, zerkleinert und aus dem Wasser gefischt werden.

„Wo kommt ihr denn her?“, seien sie gefragt worden. Und als dann von Düren und Aachen die Rede war, habe alles gestaunt: „Oh, das ist ja doch eine ganze Ecke weit weg von hier.“ Geradezu rührend freundlich seien die Hochwasseropfer ihnen entgegen gekommen. Kinder einer Grundschule „sind zu uns gekommen und haben Lieder gesungen, um sich zu bedanken“, berichtete der Leiter der Gruppe, Günter Wrobel aus Vettweiß.

Die Gruppe, für Donnerstag eigens ein Notfallseelsorger ins Vereinsheim bestellt worden war, ist in den fünf Tagen zusammengewachsen. Dass da ein guter Zusammenhalt ist, war Donnerstag direkt zu spüren. „Wir waren darauf eingestellt, falls nötig, zehn weitere Leute zu schicken“, betonte Thomas Reincke, Sprecher vom DLRG im Kreis Düren.

Eine Bett und viel Zeit zum Schlafen – darauf freuten sich auch die Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW). „Es sind die Herzlichkeit und die Dankbarkeit der Magdeburger, die bei meinen Jungs hängenbleibt“, sagt Guido Heinen, der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerkes. „Dafür haben sich alle Anstrengungen gelohnt“, fanden die Männer, von denen einige 2002 schon in Ostdeutschland im Einsatz waren. Nur 17 bis 20 Stunden Schlaf haben die Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen gehabt, auch sie waren im Grunde ständig einsatzbereit.

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