Düren - Mutter sieht „Pornografie“ in Kinderausstellung

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Mutter sieht „Pornografie“ in Kinderausstellung

Von: bugi
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Ort des Malheurs der Mutter: Das Leopold-Hoesch-Museum in Düren. Im Altbau fand die Kinderausstellung statt, die Frau betrat allerdings den Neubau. Foto: Abels

Düren. Des Volkes Seele erreichte am Donnerstag den Siedepunkt – zumindest in der Dürener Facebook-Gruppe „Du bist aus Düren, wenn...“. Der erregt diskutierte Vorwurf einer Mutter: Im Hoesch-Museum würde in einer Kinderausstellung pornografisches Material gezeigt. Den Bildersturm darf man allerdings wieder abblasen: Die Frau war samt Tochter schlicht in der falschen Ausstellung.

„Hoesch Talents“ nennt sich die Ausstellung der Werkloge, in der die Bilder von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gezeigt werden, die in Workshops oder bei Aktionen des Museums entstanden sind. Zu sehen sind sie im Altbau, links. Im Neubau oben rechts zeigt das Museum eine Auswahl internationaler Gegenwartskunst aus der Sammlung des nordfranzösischen Museums in Dünkirchen. Darunter auch Werke der deutschen Künstlerin Isa Genzken.

Genzken hat acht kleinformatige Strandhäuser als Collagen geschaffen. „Sie arbeitet stets mit gefundenen Materialien und verknüpft ihre Werke mit Bildern aus der Medienrealität“, erläutert Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann. Genzken hat zuletzt in der Kunsthalle in Wien ausgestellt, im New Yorker Museum of Modern Art wurde ihr eine Retrospektive gewidmet. Für eines der acht Strandhäuser hat die 66-jährige Künstlerin auf drei Bilder zurückgegriffen, die im Din-A-4-Format zwei Männer bei sexuellen Handlungen zeigen.

„Natürlich zeigen wir kein erotisches Material in der Kinderausstellung“, stellte Goldmann am Donnerstag klar. Sie verwies zudem darauf, dass an der Pforte auf dem Tresen ein entsprechender Warnhinweis ausliegt, dass die Ausstellung mit den Werken von Genzken „für Kinder und Jugendliche nur bedingt“ geeignet sei. Einen weiteren Warnhinweis will man nun zusätzlich auch am Eingang zu diesem Ausstellungsbereich anbringen.

„Mal wieder völlig übertrieben“

Auf Facebook ereiferte man sich am Donnerstag trotz der falschen Behauptung der Mutter recht ungehemmt: „Jeder, der ein normales Gehirn hat, würde so etwas nicht ausstellen“, schrieb etwa JasMin, „Eine Entwürdigung für die echte Kunst“, befand Julia. Mahnende Stimmen, wie die von Roman, waren da eher Mangelware: „Hier mit Jugendamt und Staatsanwaltschaft zu drohen, ist mal wieder völlig übertrieben.“

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