Düren - Musical „West Side Story“ eindrucksvoll auf die Bühne gebracht

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Musical „West Side Story“ eindrucksvoll auf die Bühne gebracht

Von: Bruno Elberfeld
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Zwischen Tony und Maria, Angehörigen verfeindeter Jugendbanden, ist eine heftige Liebe entbrannt. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Der bis auf den letzten Platz ausverkaufte Theaterraum kündigte das Außergewöhnliche des Events an: Das Landestheater Detmold gastierte mit Leonhard Bernsteins bekanntestem Werk, der „West Side Story“, im Haus der Stadt.

Tausendsassa und Multitalent Bernstein – die künstlerische Leiterin des Hauses, Monika Rothmaier-Szudy, hatte diese Attribute für den Komponisten, Pianisten und Schriftsteller in ihrer Einführung verwendet – hatte die „West Side Story“ 1957 am Broadway zur Premiere gebracht. Bernstein schwebte vor, ein Werk zu schreiben, das viele seiner Zeitgenossen interessieren sollte. Das Thema: Konflikte zwischen Einwanderergruppen, zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Lebensweisen.

Die Halbstarken-Kultur war in den Fünfzigerjahren besonders in den USA und in Westeuropa ausgeprägt. Auftreten lassen der Komponist und die Texter zwei verfeindete Jugendbanden, die Sharks, Einwanderer aus Puerto Rico, und die Jets, Jugendliche, deren Eltern schon vor Generationen aus Osteuropa in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten eingewandert sind. Entliehen Shakespeares „Romeo und Julia Motiv“, lernen sich die junge Shark, Maria, und der junge Jet, Tony, kennen und lieben. Ihrer Liebe im Weg stehen aber Herkunft und eine Gruppenehre, die Menschen anderer Gruppen ausschließen und töten.

Am Schluss des Musicals sind drei Tote und eine verlorene Liebe zu beklagen, denn auch Tony gehört zu den Toten. Menschen auf ihren Stühlen zeigten sich betroffen. Einige verließen schon vor der Pause den Raum.

In der letzten Reihe saßen Schüler, etwa 16 Jahre alt. Auch sie waren betroffen, hörbar in ihren gemurmelten Kommentaren, die andere Besucher offenbar störten. Die jungen Leute wollten aber nicht stören, sondern sie mussten dem Druck ihrer Anspannung ein Ventil geben, sonst wären sie vielleicht auch gegangen.

Denn auf der Bühne entfaltete sich ein Drama, das aktueller nicht hätte sein können. Eine sich anbahnende Liebe, die durch gesellschaftliche Komponenten gestört wird.

Regisseur Kay Metzger scheute nicht davor zurück, Schlägereien auch als solche aussehen zu lassen, Kämpfe bis aufs Messer, Gebrauch von Schusswaffen und sogar die fast schon realistische Darstellung einer Vergewaltigung.

Und daneben immer wieder die Staatsmacht, Polizisten, rassistisch geprägt, die ihre „eigenen Süppchen kochen“. „Gutmensch Doc“, ein alter Mann, in dessen Laden die Jets einen Teil ihrer Freizeit verbringen, hat trotz aller Menschlichkeit keine Chance gegen den täglichen Hass, gegen die tägliche Einöde, der viele Kids in den Großstädten ausgeliefert sind.

Das Landestheater Detmold brachte den Stoff eindrucksvoll auf die „Bretter“. Gute bis hervorragende Schauspieler, Sänger und Tänzer, allesamt sehr engagiert, boten dem Publikum ein aufrührendes und anrührendes Erlebnis.

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