Mundartband „Peffer und Salz” sagen Tschüss

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
Drei Männer in Aktion: Jürge
Drei Männer in Aktion: Jürgen Wimmer, Christian Overfeld und Josef Kirchmann (von links) von der beliebten Mundartbands „Peffer und Salz” heizten ihrem begeisterten Publikum im „Komm”-Zentrum in Düren so richtig ein. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Schon nach dem ersten Lied ist Jürgen Wimmer schon total nass geschwitzt. Der Keyboarder, Akkordeonist und Sänger der Dürener Mundartband „Peffer und Salz” gibt alles - wie immer eigentlich. Aber irgendwie ist an diesem Abend im „Komm”-Zentrum eben doch nicht alles wie immer.

Die „Komm”-Konzerte von „Peffer und Salz” sind Kult, auch diesmal ist der Saal gut gefüllt, die Menschen sind fröhlich und in Feierlaune. Und doch ist es anders als sonst: Alle wissen, dass Jürgen Wimmer Günther Rudolph, Christian Overfeld und Josef Kirchmann an diesem Abend zum letzten Mal in der August-Klotz-Straße auftreten. Nach einer 20-jährigen, überaus erfolgreichen Bandgeschichte löst die Truppe sich auf. „Die Karnevalssession spielen wir noch”, so Josef Kirchmann. „Danach ist Schluss.”

Jürgen Wimmer, Günther Rudolph, Christian Overfeld und Josef Kirchmann sind allesamt Gründungsmitglieder von „Peffer und Salz”, vor 20 Jahren gehörte zudem noch Gerhard Brück zu der Truppe. Drei der Musiker kannten sich vom Stiftischen Gymnasium, die anderen kommen alle aus Mariaweiler. „Wir wollten damals der Welt etwas Gutes tun”, schmunzelt Gitarrist Josef Kirchmann, mit 64 Jahren das älteste Bandmitglied. Und ergänzt dann: „Wir hatten einfach Lust, so richtig gute Musik in Dürener Platt zu machen.” Ein Plan, der wirkungsvoll in die Tat umgesetzt wurde.

„Peffer und Salz” hatte ziemlich schnell ziemlich viele Karnevals-Hits im Repertoire, hinzu kamen immer wieder auch eigene Lieder von Jürgen Wimmer und Josef Kirchmann wie „Ussjeixx”, „Lokalpatriot” und „Et Schöppe-Leed”. Insgesamt gibt es rund 45 eigene „Peffer und Salz”-Hits aus 20 Jahren Bandgeschichte. Rockige, fetzige, Walzer und immer Wieder A-cappella-Lieder. Der Gesang war den vier Musikern ein besonderes Anliegen. Genau wie die Tatsache, dass bei den Auftritten jeder Ton live gesungen und gespielt wurde.

„Es lief bei uns sehr gut an”, so Josef Kirchmann. „Und ziemlich schnell wurde Köln auf uns aufmerksam.” „Peffer und Salz” hat sich einer Musikagentur angeschlossen und von da an, in allen großen Kölner und Bonner Sälen gespielt. Sogar in Duisburg ist die Band aus Düren einmal aufgetreten. Josef Kirchmann: „Wir sind schon ziemlich professionell unterwegs, obwohl wir alles Hobby-Musiker sind. Von uns hat keiner Musik studiert.”

Es sei schon Wahnsinn, so Kirchmann weiter, vor einem ausverkauften Kölner Gürzenich zu spielen. „Als wir da zum ersten Mal reingekommen sind, musste ich schon schlucken.” Und auch die gemeinsame Fernseh- und Radioaufzeichnung mit Willi Millowitsch in Düren auf Schloss Burgau Trotzdem, so der Gitarrist, habe man sich in erster Linie als Mundartband verstanden. „In der Sprache sind wir zu Hause”, sagt Josef Kirchmann. „Und auf Platt kann man sich einfach viel zielgerichteter ausdrücken. Und wir fände es ziemlich schade, wenn unsere Muttersprache eines Tages verloren gehen würde.”

Schade finden es die vielen „Peffer und Salz”-Fans sicher auch, wenn die Band an Aschermittwoch endgültig ihre Instrumente an den Nagel hängen. „Viele Karnevalsveranstaltungen sind zu Ballermann-Feten verkommen”, sagt Josef Kirchmann. „Gute Sitzungen gibt es immer weniger. Und man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist.” Musik werden die vier aber ganz bestimmt weiter machen, vielleicht in einer neuen Formation. „Ein Leben ohne Musik ist ein Irrtum”, heißt es auf der Internetseite von „Peffer und Salz”. Und daran ändert sich auch nach Aschermittwoch ganz bestimmt nichts.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert