Düren - Müssen Lauben weg?

Müssen Lauben weg?

Von: oha
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Düren. Die Eigentümer der Grundstücke 14 bis 66 an der Tuchbleiche in Birkesdorf müssen womöglich ihre Gartenhäuschen abreißen.

Die Holzgebäude stehen zwar dort zum Teil schon seit mehr als 20 Jahren, sie wurden jedoch illegal errichtet. Nach einem Nachbarschaftsstreit kam dieser Umstand jetzt ans Tageslicht.

Das Amt für Stadtentwicklung meldete sich und forderte die Hauseigentümer zunächst einmal auf, die „Schwarzbauten” innerhalb von drei Monaten abzureißen. Ob es doch noch einen Kompromiss geben wird, soll sich am 1. Februar bei einer Bürgerversammlung vor Ort entscheiden.

Hintergrund der städtischen Maßnahme: Die Häuser grenzen im rückwärtigen Bereich an den Mühlenteich. Rund um das Gewässer, das demnächst gar zum Denkmal erklärt werden soll, ist ein Freiraum einzuhalten. Als Schutzzone bei Hochwasser und als Grünbereich.

Deshalb dürfen die Gartengrundstücke hinter den Häusern nur auf einer Länge von rund 35 Metern Richtung Mühlenteich, im so genannten „Innenbereich”, bebaut werden. Alles was darüber hinaus geht, ist frei zu halten.

Diese Regelung sei offenbar 1972 in der Stadtverwaltung getroffen und 1978 noch einmal im Rathaus ausgehängt worden, hat Anwohnerin Heide Arras-Starkens heraus gefunden. Sie ist empört: „Die Betroffenen wurden jedoch nie persönlich darüber informiert, dass sie auf ihrem Grundstück nicht mal ein kleines Häuschen aufstellen dürfen. Wer überprüft schon ständig, was gerade im Rathaus ausgehängt wird?” Die meisten Gartenlauben seien mit Fundament errichtet worden und könnten deshalb nicht mal eben um einige Meter versetzt werden.

Sollten alle Bauten abgerissen werden müssen, entstehe ein Schaden zwischen 30.000 und 50.000 Euro, so Arras-Starkens. Die Hauseigentümer setzen deshalb auf einen Kompromiss in Verhandlungen mit der Stadtverwaltung. „Wir zahlen gerne für eine nachträgliche Meldung der Häuschen”, betont die Anwohnerin.

In Teilen sei dies vielleicht möglich, kündigt Bernd Kürten, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, an. Allerdings nicht für alle: „Wir können nicht über alles den Mantel der Legalität decken.”

Abgesehen vom Brief von der Stadt sei noch nichts passiert, beruhigt Kürten die Anwohner allerdings. Mit Hilfe einer „Abrundungssatzung” könne der Rat vielleicht einige der Schwarzbauten nachträglich absegnen. Kürten: „Trotzdem wird es Schmerzen bei einem Teil der Betroffenen geben.”
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