Müddersheim: Großes Dorffest belebt das Wir-Gefühl

Von: Gudrun Klinkhammer
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Großen Spaß hatten diese Müddersheimer während des Dorffestes, das unter dem Motto „Möschem kütt zosamme“ stand. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Antonius Freiherr von Geyr (hinten stehend) managte die Kinderolympiade auf einer Wiese im Dorf.

Müddersheim. „Uuuuuuiiiiiiii“, flüsterte Sara Cleven, als sie mit ihren Händen eine ganz speziell bestückte Schubkarre über ein wippendes Brett zu balancieren versuchte. In der Schubkarre standen zwei randvoll mit Wasser gefüllte Plastikbecher, aus denen möglichst keine Flüssigkeit schwappen durfte.

Der Neunjährigen gelang das Kunststück ebenso wie die Aufgabe, von einem Tisch weg einen Schokokuss zu essen, allerdings ohne Einsatz der Hände. Diese sollten dabei auf dem Rücken verschränkt bleiben.

Kinderolympiade

In Müddersheim herrschte am Samstagnachmittag richtig Betrieb. Antonius Freiherr von Geyr betreute mit einem Helferteam die Kinderolympiade auf einer Wiese im Wohngebiet. Mit seinem Handy stoppte er Zeiten und feuerte immer wieder die kleinen Teilnehmer an. Auch auf dem Kirchplatz vergnügten sich kleine und große Besucher unter dem Motto „Möschem kütt zosamme“. An wunderbar herbstlich dekorierten Tischen wurde gegessen und erzählt. Karina Minten hatte mit weiteren Helfern die auffallend schöne Dekoration zusammengetragen.

Skepsis wich der Begeisterung

Zu den Hauptinitiatoren des Festes zählten Liane Streblow und Klaus Minten sowie die Mitglieder des Förderkreises St. Amandus. Klaus Minten berichtete: „Früher hat es hier in Müddersheim immer solche Feste auf dem Kirchplatz gegeben. Später wurden Feste außerhalb des Dorfes gefeiert.“

In den vergangenen Jahren sei allerdings in der Bevölkerung der Wunsch gewachsen, wieder einmal mitten im Ort ein Dorffest auf die Beine zu stellen. Skepsis, so Liane Streblow, sei im Ort durchaus vorhanden gewesen, als vor einigen Monaten mit den Vorbereitungen begonnen wurde. Doch als der Funke der Begeisterung einmal übergesprungen sei, habe das ganze Dorf Feuer gefangen. Alle Vereine wurden involviert, auf diese Weise auch die alteingesessenen Müddersheimer mit den neu zugezogenen Bürgern zusammengeführt. Aktuell zählt das hübsche Dorf mit der wunderschönen Burg und der wohnlich gestalteten Kirche 755 Einwohner.

Helmut Stupp, der den Schlüssel für die Kirche hütet, hatte am Samstag die Kerzen im Gotteshaus zur Feier des Tages angezündet und war gerne bereit, Interessenten eine kleine Führung zu geben. So zeigte er beispielsweise die Loge neben dem Altar, in der früher die Mitglieder des Adels die Messen verfolgten. Das Wappen der von Geyrs ziert heute noch die Decke der Loge.

Am Abend begeisterten die „Rheinsirenen“, eine Damenband, die sich der Film- und Fernsehmusik verschrieben hat, das Publikum.

Eigens für dieses Konzert hatte man eine große Bühne auf dem Kirchenvorplatz errichtet. Die Organisatoren des Festes hoffen, durch die Einnahmen des Tages die Kosten, die die Aktion aufgeworfen hat, decken zu können. Doch viel wichtiger ist es den Initiatoren, dass im Dorf das „Wir-Gefühl“ mal wieder Auftrieb erhalten hat.

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