Morschenich - Morschenicher wollen unter sich bleiben

Morschenicher wollen unter sich bleiben

Von: Dietmar Engels
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Die mit Spannung erwartete Auszählung der 307 abgegebenen Stimmen erbrachte eine klare Mehrheit für den Umsiedlungsstandort „Zwischen den Höfen”. Foto: Dietmar Engels

Morschenich. Lauter Jubel brandete im gut gefüllten Schützenheim auf, als am Sonntag kurz vor 18.30 Uhr das Ergebnis der Abstimmung bekannt gegeben wurde: 237 der abgegebenen Stimmen - das sind 77,2 Prozent - entfielen auf den Umsiedlungsstandort „Zwischen den Höfen”. Nur 39 Morschenicher votierten für den Standort „An der Elle” und gar nur 31 für das Areal „Am Burgpfad”.

430 Morschenicher Bürger, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, hätten am Sonntag ihre Meinung kundtun können. 307 machten von dieser Möglichkeit Gebrauch, was einer Wahlbeteiligung von 71,4 Prozent entspricht.

Angesichts dieser Zahlen zeigten sich die Verantwortlichen vollauf zufrieden. Bürgermeister Peter Harzheim, der selbst in Morschenich wohnt: „Die hohe Beteiligung zeigt, das es sich in Morschenich um eine intakte Dorfgemeinschaft handelt, die auch in schwierigen Fragen zusammenhält.” Dass sich drei Viertel für den Standort „Zwischen den Höfen” entschieden hätten, „ist nur zu begrüßen”. Der Bürgermeister: „Wenn in etwa eine Drittelung der Stimmen herausgekommen wäre, wäre die Sache ohne jeden Zweifel weit schwieriger geworden.”

Harzheim und auch der Vorsitzende des Bürgerbeirates in Sachen Umsiedlung, Bruno Rüth, hoffen, dass die insgesamt 70 Morschenicher, die sich für die beiden anderen möglichen Standorte entschieden haben, über kurz oder lang der übergroßen Mehrheit anschließen werden. Rüth: „Es wäre toll wenn es zu einer geschlossenen Umsiedlung käme, die diesen Namen auch wirklich verdient.”

Das Gebiet „Zwischen den Höfen” liegt im Nordosten von Merzenich. Vom Hauptort wird es durch die viel befahrene Landstraße 264 getrennt, was die meisten Befürworter dieses Standortes aber nicht weiter abgeschreckt zu haben scheint. Und dies, obwohl das Bergbauunternehmen erklärt hat, keine Brücke über die L264 bauen zu wollen. Dass auch die Wege zu den Infrastruktureinrichtungen und den Geschäften in Merzenich länger als bei den beiden anderen Alternativen sind, hat offenbar keine entscheidende Rolle gespielt.

Vera Müller, Dezernentin der Kölner Bezirksregierung und Leiterin des Umsiedlungsverfahrens: „Ganz offensichtlich wollen die Bürgerinnen und Bürger von Morschenich sich eine gewisse Eigenständigkeit bewahren.” Die Standortwahl sei nicht weiter verwunderlich, weil das jetzige Morschenich in einiger Entfernung vom Gemeindezentrum liege.

Die Standortwahl wurde vom Meinungsforschungsinstitut „Infas” vorbereitet und abgewickelt. Mitarbeiter des Unternehmens wollen in den nächsten Tagen und Wochen bei einer Haushaltsbefragung herausfinden, wie viel Morschenicher tatsächlich die feste Absicht haben, mit an den nun feststehenden Umsiedlungsstandort zu ziehen. Davon hängt es nämlich ab, wie groß das Umsiedlungsgebiet geplant wird. Man geht bei der Gemeindeverwaltung und bei der Bezirksregierung von höchstens 20 Hektar aus. Das weitere Verfahren wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bürgermeister Harzheim geht davon aus, dass frühestens Mitte 2013 ein rechtskräftige Bebauungsplan vorliegen wird. Weitere sechs Monate später könnte die Erschließung (Straßen und Kanäle) fertig sein.

Zum Abschluss des für die meisten Morschenicher sehr aufregenden Tages gab es vor dem Schützenheim Freigetränke - gestiftet vom Bergbautreibenden RWE Power AG. Noch lange stand man zusammen, um über das Ergebnis der Abstimmung zu diskutieren.
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