Modellflugzeuge geben zum Jubiläum ordentlich Gas

Von: Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:
8399975.jpg
Mit 250 „Sachen“ ist dieser kleine Turbinen-Jet gerade in der Luft unterwegs. Foto: Gudrun Klinkhammer
8399969.jpg
Fritz Udelhoven präsentierte auf den Modellflugtagen in Kleinhau einen selbstgebauten Dreidecker. Foto: Gudrun Klinkhammer

Kleinhau. Mit bis zu 250 „Sachen“ düsten am Wochenende motorisierte Modellflugzeuge über das Gelände des Modellflugvereins Hürtgenwald am Ortsrand von Kleinhau. Anlass war das 40-jährige Bestehen des Zusammenschlusses.

Speziell bei dem kleinen Flieger, der in der Luft tatsächlich auf die erstaunliche Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde kommt, handelte es sich um ein Turbinen-Jet, wie Jürgen Sarlette informierte. Seit gut zwei Jahren ist Sarlette der Vorsitzende des Jubiläumsvereins. Er sagte weiter: „Unser Verein hat aktuell 60 Mitglieder und wir sind überrascht und erfreut, wie viele Menschen mit uns an diesem Wochenende feiern und uns ihr Interesse zeigen.“

Besucher staunten

Einige Hundert Personen kamen nach Kleinhau und staunten nicht schlecht über die Möglichkeiten, die im Modellflug offen stehen. Zu sehen war fast die gesamte Palette, von Elektro-Modellen über Verbrenner-Modellen bis hin zu Turbinenmaschinen, wozu auch diverse Hubschrauber zählten. Die Veranstaltung moderierte Ralf Heuser, auch er machte aus seiner Begeisterung keinen Hehl. Markus Kreutz führte eine fliegende Fotodrohne vor, die die derzeit wohl modernste Technik auf dem Gebiet der kleinen Flieger besitzt. Gut 70 Piloten, darunter 30 Gastflieger, ließen ihre bis zu 25 Kilogramm schweren Modelle bis zu 500 Meter hoch in die Lüfte steigen.

Viel Applaus

Große Aufmerksamkeit und viel Applaus erhielt beispielsweise Frank Pelzer vom Modellflug-Club (MFC) Niederzier für seine atemberaubende Vorstellung. Er startete eine Goldwing Corvus, ausgestattet mit einem „DA 50 Motor“. Das 110 Stundenkilometer schnelle Flugzeug tanzte in der Luft, absolvierte einen Looping nach dem anderen und zog auf Knopfdruck einen beeindruckenden Kondensstreifen hinter sich her. Frank Pelzer sagte zur Technik: „Ein derartiger Kondensstreifen entsteht, wenn Paraffinöl über eine Druckpumpe in die heiße Auspuffanlage oder den Krümmer eingegeben wird. Das Öl verdampft und es entsteht eben ein Kondensstreifen.“

Einen weiteren Blickfang präsentierte Fritz Udelhoven aus Lendersdorf. Er baute einen Dreidecker – eine Fokker aus dem Jahr 1914 – nach, wie sie der legendäre Pilot Baron von Richthofen einst steuerte. Ebenfalls beeindruckte das „Sbach Aerobatic Team“ aus Niederzier mit einem Formationsflug.

Immer wieder lernen die Mitglieder des Jubiläumsvereins auch Neulinge an. Während einer Flugstunde wird ein Modellflugzeug gestartet. Ein erfahrener Pilot steht mit einem Steuergerät neben dem Schüler, der ebenfalls ein Steuergerät in den Händen hält. So kann die Verantwortung – wie bei einer Autofahrstunde – immer wieder übergeben werden und der Neuling gewinnt an Sicherheit.

Der Modellflugverein (MFV) Hürtgenwald wurde am 12. Januar 1974 von zehn Modellfliegern gegründet. Als erste große Herausforderung musste eine geeignetes Modellfluggelände gefunden werden. Nach einem Fehlversuch im Einzugsbereich der jetzigen Wehebachtalsperre, welche damals in Planung war, konnte das jetzige Gelände angepachtet und die offizielle Aufstiegserlaubnis beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf erlangt werden.

Sicherheit im Vordergrund

Die Position des Vereins in der Gemeinde konnte über die Jahre mit einer guten Jugendarbeit und die Ausrichtung von Flugtagen, Ausstellungen und der Deutschen Meisterschaft gefestigt werden. Die erste Modellbauausstellung fand bereits zu einem Zeitpunkt statt, als der Modellflugplatz noch gar nicht vom Regierungspräsidenten zugelassen war. Die Sicherheit auf dem Vereinsgelände wurde von Anfang an in den Vordergrund gestellt. Dies konnte mit dem hohen qualitativen Standard der Modelle und der Einführung eines sogenannten Flugleiters realisiert werden.

Erwähnenswert ist auch der Kauf des Modellfluggeländes. Zunächst war der Verein nicht in der Lage, einen Kaufpreis von 7500 Euro aus der Vereinskasse aufzubringen. Kurzentschlossen erklärten sich damals 28 Mitglieder bereit, dem Verein zu helfen und einen bestimmten Betrag vorzuschießen. Das Geld wurde dann im Laufe von drei Jahren an die Mitglieder zurückgezahlt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert