Mobilität der Menschen so lange wie möglich erhalten

Von: kin
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Senioren fahren vorsichtiger als Jugendliche. Foto: imago

Düren. Nach dem schweren Unfall im sauerländischen Menden, bei dem ein 79-jähriger Autofahrer in das Ende eines Schützenumzuges gefahren ist, fordern Politiker verpflichtende Fahrtauglichkeitstest für Senioren. Aber ist das wirklich sinnvoll?

Für Polizeirat Andreas Brings, Leiter der Direktion Verkehr, ist die Frage nach Fahrtauglichkeitstests ein sehr sensibles Thema. „Wir hatten im vergangenen Jahr im Kreis Düren 1400 Verkehrsunfälle. Davon waren 96 Senioren aktive Verkehrsbeteiligte. Das sind nur 6,9 Prozent. Bei der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen waren es mit 16,4 Prozent deutlich mehr.”

Senioren, so Brings weiter, seien erfahrene Autofahrer, könnten sich vielfach ein Fahrzeug mit hoher Sicherheitstechnik leisten und seien zudem meist sehr defensive Fahrer. „Ich halte eine Altersgrenze mit einer regelmäßigen Überprüfung der Fahrtauglichkeit für nicht sinnvoll. Vielmehr ist die Betrachtung des Einzelfalls sinnvoll.”

Da seien auch die Hausärzte gefragt, die die Fähigkeiten ihrer Patienten oft sehr gut einschätzen könnten. „Ich finde es wichtig, dass die Mobilität der Menschen so lange wie möglich ihren Fähigkeiten entsprechend erhalten bleibt.”

Auch Norbert Eskens von der Verkehrswacht hält nichts von einer Pflicht für Fahrtauglichkeitstests ab einem gewissen Alter. „Auch junge Leute verursachen Unfälle. Ich bin mehr für Selbstverantwortung.” Was in dem Fall bedeutet, dass die Leute regelmäßig zum Arzt gehen und sich gründlich untersuchen lassen.

Jutta Zientz vom Seniorenrat der Stadt Düren ist 81 Jahre alt und hat ihr Auto vor sechs Jahren verkauft, seitdem nutzt sie die „Seniorenkarte” für öffentliche Verkehrsmittel. Und das, obwohl sie ihr Leben lang als Außendienstmitarbeiterin einer Versicherung Auto gefahren ist. „Ältere Menschen müssen selbst merken, ob sie noch Auto fahren können oder nicht.”

Jutta Zientz ist sich sicher, dass sie heute nicht mehr fahrtauglich wäre. „Die Konzentration fehlt. Und ich bin nicht mehr so belastbar wie früher.” Deswegen glaubt sie, dass Fahrtauglichkeitstests ab 80 Jahren, die ein Arzt durchführt, sinnvoll wären. „Und bei den Veranstaltungen, die wir vom Seniorenrat mit Polizei und Verkehrswacht gemacht haben, sind nur sehr wenig Leute gekommen.”
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